Komplott gegen den König

Psychiatrisches Gutachten aus der Ferne

Düstere Ahnungen quälen den König in seiner Einsamkeit. Albträume von Tod, Mord und Folter. Immer wieder derselbe Traum: Ein geheimnisvoller Attentäter geht nachts durch die Gänge des Schlosses. Der König glaubt an Verschwörung, wähnt dunkle Mächte am Werk.

Ludwig plant selbst den Tod seiner Feinde, er will sich an jenen rächen, die nicht zu ihm halten. Überall wittert er Verrat, ist besessen von der Idee, dass man ihn umbringen will. Sind die Träume Vorahnung seines Schicksals?

Anschein von Normalität

Noch bewahrt Ludwig einen Anschein von Normalität. Wenn er unverhofft seinen Untertanen begegnet, erscheint er ihnen wie ein Besucher aus einer anderen Welt. Sie wissen nichts von seinen Qualen. Für sie ist er ein König wie aus einem Märchen - der Beginn einer Legende, die bis heute fortlebt.

Heimliche Leidenschaften

Ludwig II. beschenkt sie alle reich: kostbare Taschenuhren, Medaillons, goldene Broschen. Der König ist großzügig. Er will, dass die Menschen ihn in guter Erinnerung behalten, denn er kennt die Nachtseite seiner Seele gut. Ludwig möchte ein gütiger König sein - und weiß doch, dass er es nicht ist.


Der Handschriftensammler Robert Holzschuh hat seine intimsten Briefe studiert. Die heimlichen Leidenschaften des Königs bringen ihn mehr und mehr in Gefahr. Seit Jahren schon schickt Ludwig Boten durch ganz Europa. Sie sollen schöne junge Männer suchen. Ludwig lässt sie alle fotografieren. Sie sollen Modell stehen für klassische Statuen, sagt man ihnen. Sie ahnen nicht, dass ein König sie begehrt.

Im Frühjahr 1886 ahnt Ludwig nicht, dass man seine intimsten Geheimnisse längst kennt. Agenten durchwühlen seine Papierkörbe. Die Minister wollen den König absetzen, ihn für "geisteskrank" erklären. Die Beweise dazu haben sie jetzt. Sie brauchen nur noch einen Sachverständigen.

Umstrittenes Urteil



Der König ahnt nichts von diesem Komplott. Er ist regierungsunfähig, daran besteht kein Zweifel. Dr. von Gudden aber wird bei ihm unheilbare Schizophrenie feststellen, ein umstrittenes Urteil.

Für eine etwaige Heilung hat Ludwig II. denkbar ungünstige Bedingungen. Niemanden, der ihm widerspricht, niemanden der seinem Wahn entgegentritt. In nur einem Tag und einer Nacht verfasst Dr. von Gudden sein Gutachten - über einen Patienten, den er nie gesehen hat. Briefe und Zeugenaussagen sind ihm genug. Für einen seriösen Arzt wie ihn ist das ein bedenkliches Unterfangen. Schreibt er ein Gefälligkeitsgutachten?





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