Krachen am Morgen

Zwei Seitenschwerter brechen gleich zu Beginn

Keiner weiß, wie seetüchtig die Abora tatsächlich ist, erfahrene Segler haben ihre Zweifel bereits im Vorfeld der Expedition geäußert. Doch die Crew vertraut darauf, dass die poröse Struktur des Schilfs das Floß unsinkbar macht und es wie einen Korken auf der Oberfläche treiben lässt. Doch hält die Technik den Belastungen des Atlantiks stand?

Gebrochenes Seitenschwert

Im renommierten Stephenson Institute für Strömungskunde hat Görlitz ein Modell des Schilfboot vor der Fahrt testen lassen. Der Wellengenerator erzeugt eine Dünung, die in Wirklichkeit über sechs Meter hoch wäre. Bereits im ersten Durchlauf besteht das Abora-Modell, auch die Abdrift wäre minimal gewesen. Ein gutes Vorzeichen für die Fahrt.

Für Gegenwind gerüstet

Abora-Modell im Testkanal Quelle: ZDF


Felszeichnungen als Vorlage Bei ungünstigen Frontal- und Seitenwinden soll die "Geheimwaffe des Schilfbootes" zum Einsatz kommen: die Seitenschwerter. 14 Bretter sind an der Bordwand befestigt, die verhindern sollen, dass die Abora bei Gegenwind abdriftet. Ganz wie ein Kiel bei einer modernen Yacht. Selbst bei ungünstigem Wetter kann das Boot so hart am Wind segeln - davon ist der Expeditionsleiter überzeugt. Ein Geniestreich der Vorzeit, nennt er das. Auf über 5000 Jahre alten Felszeichnungen aus Nubien will er die Planken erkannt haben.

Abora Seitenschwerter unter Wasser Quelle: ZDF


Was die Orientierung anbetrifft, verlässt sich die Crew des prähistorischen Bootes auf moderne Satelliten- statt Steinzeittechnik. Denn über mögliche Navigationshilfen früher Seefahrer weiß man wenig. In der unbekannten Weite war das Himmelszelt die einzige vertraute Größe. So ist der Gedanke naheliegend, dass die Sternbilder zur Orientierung dienten. Zeugnisse für die nautische Bedeutung von Sternen finden sich beispielsweise in der Antike. So orientierte sich Odysseus an den Plejaden. Auf der bronzezeitlichen "Himmelsscheibe von Nebra" ist das Siebengestirn erstmals dargestellt. Ein Beweis, dass die Menschen schon sehr früh astronomische Beobachtungen machten.

Unruhige erste Nacht

Abora: Schlafen an Bord Quelle: ZDF


Doch für die Sterne hat die Crew in ihren klammen Schlafsäcken kaum einen Blick. Die Teilnehmer müssen lernen, in der engen Hütte dicht gedrängt mit den anderen zur Ruhe zu kommen. Zu ungewohnt ist es auch, sich dem Meer und seinen immer währenden Bewegungen auszuliefern. So findet in den ersten Nächten kaum einer in den Tiefschlaf. Manch einen plagt auch die Seekrankheit.

Ingo, Thormod und Mark beim Frühstück an Bord der Abora Quelle: ZDF


Jeweils drei aus dem Team sind zu den Nachtwachen eingeteilt. Immer wieder gelten die besorgten Blicke den Reflektoren. Sie machen die Abora auf den Radarschirmen anderer Schiffe sichtbar. Ein Versuch, tödliche Kollisionen mit Frachtern abzuwenden - eine Gefahr, die die meisten von ihnen besonders fürchten.

Eine böse Überraschung

Am Morgen nach der ersten Nacht auf dem Schiff erwartet alle eine böse Überraschung. Ein lautes Krachen ist zu vernehmen, da bemerkt Ingo schon, was passiert ist: Ein Seitenschwert hat dem tonnenschweren Druck des Wassers nicht standgehalten. Am Mittag bricht ein zweites Seitenschwert. Möglicherweise ein Materialfehler.

Trotz des frühen Rückschlags entscheidet die Gruppe, weiter zu segeln. Die ersten Tage wird gesägt, geknüpft und der Alltag an Bord eingeübt. Dazu müssen alle den Umgang mit Seitenschwertern und Holzruder lernen. Erstaunlich schnell spielen sich die elf Crewmitglieder aufeinander ein und die Abora kommt zügig voran auf ihrem Weg nach Osten.

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