Sie sind hier:

Krieg und Frieden

Die Geschichte des Gauklers Adam (3)

Die Schweizer Bergbauern und Hirten kontrollierten den Gotthardpass. Den Habsburgern war das ein Dorn im Auge. Seit 1273 versuchten sie, ihnen die verbrieften Freiheitsrechte abzuerkennen. Sie setzten landfremde Richter ein, die altes Recht brachen. Dagegen regte sich Widerstand. Die Kantone Schwyz, Uri und Unterwalden schlossen jenen berühmten "ewigen Bund". Der Legende nach auf der Rütliwiese. Adam, der Gaukler erzählt uns die Entstehungsgeschichte:

"In einem Wald war ich auf Gefolgsleute und Landsknechte der Habsburger gestoßen. Sie waren auf Kriegszug."

Adam als Pferdeknecht

"Ich hungerte schon seit Tagen und versuchte, sie mit Kunststückchen zu belustigen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mir einmal mein Glück erbetteln muss. Sei's drum, dann war ich halt Pferdeknecht. Es ist nicht das schlechteste, wenn man hungert. Und nachts liegt man warm."

"Mit den tumben Bauerntölpeln, wie sie die aufsässigen Schweizer nannten, werde man schon leichtes Spiel haben, tönten die Habsburger. Aber, irgendwas war hier faul. Ich hatte den Braten gerochen. 'Mich drückt der Magen', rief ich noch und schlug mich in die Büsche. Was sie hier wollten, war nicht mein Ding. Ich gab Fersengeld und brachte mich in Sicherheit. Mutig stürzten sich die Schweizer aus ihren Verstecken. Was ich da sah, war kein Kampf, es war ein Schlachten. Feige suchten die Ritter ihr Heil in der Flucht."

Recht und Unrecht




"Erst als der Kampf vorüber war, ging ich über das Schlachtfeld. Die Schweizer erbeuteten mehr als sie tragen konnten. Immer noch war der Boden bedeckt mit den Rüstungen und Schwertern der Habsburger. Für mich blieb immerhin ein Messer übrig, so konnte ich mir nehmen, was sie mir schuldig geblieben waren. Recht war ihnen geschehen. Sie hatten Recht gebrochen und Unrecht getan."

"Nach Jahr und Tag, im Frühjahr des Jahres 1316, zog ich durch Böhmen. Zum Knecht war ich nicht geboren. Und zum Narren wollte ich mich nicht machen. So war ich auf der Suche nach Spielleuten, die mich aufnahmen und mit denen ich wieder über die Dörfer ziehen konnte."

Freie Bürger

"Ich traf auf eine Gauklertruppe und auch ich, Adam, hatte einmal Glück. Man hatte mich aufgenommen. Und da traf ich auch eine schöne Maid: 'Zieht ab ihr trüben Zeiten. Augen sind der Liebe Tür. Schöne Frau, sei mir gewogen, wenn ich komme zu Dir'. Zwischen Saat und Ernte sind vier Monate, sagen die Bauern. Bei uns wird es etwas länger dauern. Das ewige Vagantenleben war ich leid. 'Landluft macht eigen, Stadtluft macht frei.' Nach Jahr und Tag werden wir nicht mehr ehrlos und rechtlos sein, sondern freie Bürger.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet