Krieg und Terror

Gegen die Mongolen und das eigene Volk

Durch die brutale Unterdrückung der Bevölkerung will Kaiser Qin Shi Huangdi die perfekte Staatsordnung durchsetzen. Doch nicht jeder hält sich an den Platz, der ihm durch den Kaiser zugewiesen wurde.

Insbesondere die Xiongnu-Nomaden aus der Steppe bedrohen die neue, geordnete Welt des Ersten Kaisers. Die Horden fallen immer wieder in die nördlichen Provinzen ein, plündern die Kornkammer des Reiches und hinterlassen eine Spur der Verwüstung.

Beispielloser Kraftakt

Gegen die wendigen Einheiten der Reiterkrieger ist das ruhmreiche Massenheer der Chinesen machtlos. Ehe die kaiserlichen Truppen eintreffen, haben sich die Barbarenhorden längst mit reicher Beute in die Weite der Steppe zurückgezogen. Doch der gereizte Riese erhebt sich zu einem bespiellosen Kraftakt.



Schon die "Streitenden Reiche" hatten Mauern gegen die Invasoren errichtet. Der Erste Kaiser lässt sie ausbauen - zum größten Verteidigungswall, den die Welt je gesehen hat: die Große Mauer. Die Überreste des über 2000 Jahre alten Bauwerks sind heute noch sichtbar. Die mächtigen Türme und Wälle bestehen im Kern aus gestampftem Lehm, der mit Steinquadern ummauert wurde. Mehr als 5000 Kilometer zog sich die Mauer durch die Landschaft.

Heer der Entrechteten

Überlieferungen zufolge dauert der Bau nur 15 Jahre. Den Preis des unvorstellbaren Kraftaktes zahlen Qins Untertanen. Ein dreimonatiger Arbeitsdienst wird eingeführt, die Steuern steigen um das Zwanzigfache. Wer nicht zahlt, landet in Ketten, wird mit einem Brandeisen als Zwangsarbeiter markiert. Das Heer der Entrechteten geht in die Hunderttausende. Dennoch ist der gewaltige Bedarf an Arbeitskräften für die aufwändigen Bauvorhaben kaum zu decken.


Am Kaiserhof werden Intrigen gegen den Kanzler gesponnen, dessen vergleichsweise milde Regierungsweise vielen Adligen ein Dorn im Auge ist. Gezielt verbreiten sie das Gerücht, er sei der leibliche Vater des Kaisers. Der Kaiser verbannt daraufhin seinen eigenen Vater ins Exil. Er will nicht, dass seine edle Herkunft länger in Frage gestellt wird. Lü Buwei, der Architekt des sagenhaften Aufstiegs Qins zur Weltmacht, wird Opfer seiner eigenen Geschichte.

Selbstmord im Exil

Wie ein armer Bauer begibt sich der größte Staatsmann des Reiches auf den Weg in die Verbannung. Im Exil begeht er Selbstmord. Mit einem Becher Gift setzt er seinem Leben ein Ende. Ohne den mäßigenden Einfluss des alten Kanzlers gewinnen Tyrannei und Unterdrückung endgültig die Oberhand im Reich. Beamte und Soldaten tragen die Furcht in jeden Winkel des Reiches.


Die drakonischen Gesetze stammen aus der Feder des neuen Kanzlers Li Si. Er rechtfertigt den Staatsterror: "Wenn man durch Strafen herrscht, wird das Volk sich fürchten. Weil es sich aber fürchtet, wird es keine Verbrechen begehen." Kaiser Qin Shi Huangdi setzt sogar seine eigene Mutter unter Hausarrest und verbietet seinen Untertanen jeglichen Kontakt mit ihr. Wieder tritt er die Werte seiner Ahnen mit Füßen. Denn Respekt und Achtung gegenüber Vater und Mutter sind nach Konfuzius die Grundpfeiler eines harmonischen Gemeinwesens.

Trügerische Ruhe

Wer es im Reich des Ersten Kaisers wagt zu protestieren, wird hingerichtet und öffentlich zur Schau gestellt. Doch die gespenstische Ruhe, erzwungen durch staatlichen Terror, ist trügerisch. Denn im Volk gärt es: Zu viel Unrecht ist geschehen, zu viel Blut geflossen. In allen Provinzen begehrt die Bevölkerung auf. Nur mühsam kann die Armee die Aufstände im riesigen Reich niederschlagen. Kaum ist ein Brandherd gelöscht, entfacht die Wut der Unterdrückten neue Feuer.

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