Kriege Sirwahs und Maribs

Königin der Karawanen - Das Geheimnis von Saba

Unter den Nachfolgern des Mukarribs Yadar Il Darih blieb Sirwah ein bedeutendes religiöses Zentrum, der geistige Mittelpunkt der Sabäer über viele Jahrhunderte. Einen Höhepunkt erlebte die Wüstenstadt im 7. Jahrhundert vor Christus unter dem berühmten Herrscher Mukarrib Karib Il Watar.

Ein über sechs Meter langer Inschriftenstein zeugt von seinen Taten. Er berichtet, wie der König das Reich von Ausan im Südosten Südwest-Arabiens zerstörte und vernichtete. Damit erweiterte er die Grenzen Sabas erheblich. Der Regent von Ausan verlor die Macht und sein Herrschaftsgebiet. Ein Großteil des Weihrauchhandels fiel in die Hände von Karib Il Watar. Der König eroberte fast den gesamten heutigen Jemen. Dafür rühmten ihn seine Untertanen als Reichseiniger. Auch die jetzige Hauptstadt Sana'a brachte er unter Kontrolle. Am Golf von Aden zerstörte er zahlreiche Ortschaften. Das Oberhaupt der Sabäer brüstete sich, 16.000 Feinde getötet und 70.000 Gefangene gemacht zu haben.

Angriff der Supermacht

Ein Krieg, der Geschichte machte, war der Angriff Roms. Aelius Gallus zog im Jahr 26 vor Christus gegen Marib, um das Handelsmonopol an sich zu reißen. 10.000 Mann folgten seinem Befehl. Von Hitze geschwächt und halb verdurstet irrte die Armee durch das Sandmeer. Überfälle von Beduinen setzten den Soldaten des Kaisers schwer zu. Als die Männer endlich die Weihrauchmetropole erreichten, hatten die Sabäer die Tore verrammelt. Die Römer mussten kapitulieren. Vor dem Rückzug jedoch beschädigten die Legionäre weite Teile des "Großen Damms". Um die drohende Flutwelle abzuwenden, ließ der Herrscher in Windeseile zahlreiche Quader aus der massiven Stadtmauer reißen, obwohl seine Residenz dadurch ohne Schutz dalag.

Der neue Herrscher

Politisch verloren die Sabäer nach der Zeitenwende an Boden. Im südlichen Hochland, etwa 300 Kilometer von Marib entfernt, war Himyar, ein Gebiet, das Karib II Watar einst mit Gewalt unterworfen hatte, erstarkt und übernahm die Vorherrschaft. Fortan hielt ein neuer König die Fäden in der Hand. Er erhob den kleinen Bergstaat in kurzer Zeit zu einem blühenden Imperium, obwohl die Himyariten am einträglichen Geschäft mit dem Weihrauch nicht beteiligt waren.

Das Ende des Reiches

Von seiner Residenz aus verdrängte der neue Monarch allmählich den vorherrschenden Glauben im Land. Nur noch eine einzige Gottheit sollten die Menschen in ihren täglichen Gebeten anrufen. In Marib brachen indes schlechte Zeiten an. Die paradiesischen Gärten mitten in der Wüste drohten unaufhaltsam auszutrocknen. Denn die Bewohner der Oase vernachlässigten ihre kunstvollen Bewässerungssysteme. Aus den einst blühenden Feldern mit üppigen Früchten erwuchs unter der sengenden Sonne eine verkarstete, lebensfeindliche Landschaft. Um 600 nach Christus brach der Damm von Marib endgültig. Und eine riesige Flutwelle überschwemmte die "Königin der Karawanenstädte".

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