Kriegsschrott im Alpensee

Mülleimer des Nazireichs

1942 wurden die militärischen Forschungen der Kriegsmarine von Kiel an den Toplitzsee verlegt. Der Alpensee wurde zum Testgelände für Experimente mit Sprengstoff und einer neuen Waffe für U-Boote.

Admiral Dönitz wusste, dass ohne die neue U-Boot-Unterwasserrakete der Seekrieg nicht zu gewinnen war. Eine neuartige Elektronik der Alliierten dezimierte die U-Boot-Flotte der Nazis immer mehr.

Entwicklung einer Unterwasserrakete

Die Konstrukteure und Wissenschaftler der Kriegsmarine von der Chemisch Physikalischen Versuchsanstalt (CPVA) hatten den Auftrag, eine Rakete zu entwickeln, mit der die elektronischen Ortungsgeräte des Feindes lahm gelegt werden sollten.

Professor Hans Fricke fand diese Pläne im Archiv der Royal Navy in London. Die deutschen Wissenschaftler beschäftigten sich mit der Physik des Raketenfluges unter Wasser, um zielgenaue Abschussvorrichtungen für U-Boote zu entwickeln. Die Grundlagenforschung und die erste praktische Erprobung fand am Toplitzsee statt.

Hans Fricke stieß bei seinen Recherchen auch auf alte Fotos, die Mitarbeiter der Versuchsanstalt am Toplitzsee mit ersten Testraketen zeigen. Abgeschossene Raketen liegen noch heute auf dem Grund des Sees. Mit Hilfe einer primitiven, aus Winkeleisen zusammengeschweißten Abschussvorrichtung wurden die ersten Testraketen unter Wasser abgefeuert. Das Gestell hing in 80 bis 90 Meter Tiefe und wurde mit Kettenzügen und Tiefenmesser kontrolliert. Der Durchbruch dieser Entwicklung gelang der Deutschen Kriegsmarine nicht mehr. Der einzige Einsatz dieser Unterwasserrakete in der Ostsee war ein Rohrkrepierer.

Schrottplatz unter Wasser

Das österreichische Bundesheer barg neben einem riesigen Flugzeugschwimmer auch Kriegsgerät aus dem Dritten Reich wie Bomben, Raketen, Minen, Sprengstoff, Messinstrumente und Treibsätze. Kurz vor Kriegsende sollen alle Originalunterlagen der Forschungen vom Toplitzsee vernichtet worden sein. Doch vorher wurden die Dokumente auf Mikrofilm festgehalten und in wasserdichten Zinkbehältern vergraben. Kurz nach dem Krieg sollen die Behälter wieder ausgegraben und den Alliierten übergeben worden sein. Nach Recherchen von Hans Fricke entdeckte er Dokumente in den historischen Archiven der Royal Navy.

In der Nachkriegszeit soll der Toplitzsee immer wieder ins Visier verschiedener Geheimdienste geraten sein. Amerikaner, Engländer, angeblich auch Russen und Deutsche sollen am Toplitzsee nach geheimen Dokumenten gesucht haben.

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