Kriegsstrategien

Blutiger Kampf Mann gegen Mann

Wie hat man sich eine Schlacht im Dreißigjährigen Krieg vorzustellen? Gekämpft wird in Terzios, den Gewalthaufen. Noch zu Beginn des Krieges besteht die Strategie darin, sich mit der größtmöglichen Gewalt der Heere schlichtweg nieder zu rennen und zu schießen.

Schulter an Schulter kämpfen - und sterben - Hunderte von Musketieren und Pikenieren. Jeder Soldat nimmt eine festgelegte Rolle im Programm des Tötens ein. Eröffnet werden die Kämpfe durch das gegenseitige Feuer der Kanonen. Viele Soldaten werden taub im Donner der Schlacht.

Teppich von zerfetzten Leibern

Wenn eine einzige Kugel in die dicht gestaffelten Reihen der Fußsoldaten einschlug, schnitt sie regelrechte Schneisen durch die Menschen. Sie flog bis zu 800 Meter in Mannshöhe und konnte auf ihrer Bahn über 100 Soldaten töten. Man muss sich den Mut der still verharrenden Männer vorstellen, die auf das Ende des Feuers warten - und ihre Angst. Schlägt eine Kugel ein, bleibt nichts als ein Teppich von zerfetzten Leibern zurück.

Versunken im Pulvernebel

Nach den Kanonieren eröffnen die Musketiere das Feuer. Mehrere Schützen schießen auf ein Kommando auf den Feind, um die Treffsicherheit zu erhöhen. Reihe für Reihe feuern sie ihre Waffen ab - bis sie ihr Pulver buchstäblich verschossen haben. Von den Flanken greifen die Reitersoldaten die Terzios an. Durch ihre schnellen Attacken versuchen sie das Vorrücken der Musketiere zu verhindern. Abertausende von Pferden sterben auf den Schlachtfeldern. Als Schutzschilde gegen den Sturm der Kürassiere sind die Musketiere von Pikenieren umzäunt. Wie ein Wald ragen ihre langen Stichwaffen empor, um die angreifenden Reiter vom Pferd stoßen.Meist sind die Schlachten-Formationen schon nach kurzer Zeit im Pulvernebel versunken. Es beginnt der blutige Kampf Mann gegen Mann - nicht selten bricht völliges Chaos aus. In den Kriegshandbüchern ist genau festgelegt, wie der Musketier sich zu verhalten hat. Mit allem, was er hat, muss er kämpfen - mit seinem Helm, mit der Musketen-Gabel, mit seinem Bandelier - bis er nur noch sein nacktes Leben zu verteidigen hat.

Als Erkennungszeichen im Nebel der Schlacht dient die Fahne. Selbst im Tod darf der Fähnrich sich nicht von ihr trennen: Er soll seinen Körper in den Stoff wickeln, sie mit den Zähnen halten, wenn er keine Hände mehr hat - so die Vorschriften der damaligen Zeit. Ob Sieg oder Niederlage - bricht die Nacht herein, ist der Kampf zu Ende.

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