Kriegswirren in Kabul

Das Verschwinden des Schatzes

Im Dezember 1979 rücken sowjetische Truppen in Afghanistan ein. Nur ein "kurzer Krieg hinter dem Flüsschen" - heißt es in Moskau. Doch islamische Glaubenskrieger leisten erfolgreich Widerstand.

Auch in Tillya-tepe drohten Kämpfe. Sarianidi soll das Gold nach Kabul bringen.

Alarmierende Nachrichten

Die Hauptstadt Kabul scheint sicher. Der Regierungssitz von Präsident Karmal, einem Freund der Sowjetunion. In der Stadt ist wenig vom Krieg zu spüren. Aber die Nachrichten werden immer alarmierender. Und dann explodieren die ersten Raketen in Kabul. In Bombentrichtern graben die Bewohner nach den Resten ihres Besitzes. Ist auch der Schatz von Tillya-tepe gefährdet? Von Granaten vernichtet?

Viktor Sarianidi versucht den Schatz zu retten, hält Reden und schreibt an die UNESCO. Er schlägt vor, den Goldschatz bis zum Ende des Krieges in ein neutrales Land zu überführen. Doch der Schatz verschwindet in den Wirren der Kämpfe. 1989 ziehen sich die Sowjets geschlagen aus Afghanistan zurück. An der Grenze werden sie trotzdem wie Sieger empfangen. Aber der Bürgerkrieg ist nicht zu Ende. Verfeindete Parteien kämpfen um Kabul. Legen die Stadt in Trümmer. Auch das Museum wird getroffen. Die Eroberer Kabuls wechseln. Jeder nimmt, was er kriegen kann. Auch das Museum bleibt nicht verschont.

Wechselnde Machthaber

1992 rüsten die Mudschahhiddin zum Sturm auf Kabul. Bei einem Bombenangriff wird auch das Nationalmuseum schwer beschädigt. Die sieben Kisten überstehen die Attacke unbeschadet im Keller des Präsidentenpalais. Doch der Palast wird wenig später von den Mudschahiddin gestürmt, die Nadschibullah gestürzt. 1996 wechseln in Kabul erneut die Machthaber: die Taliban rücken ein. Sie behaupten, die Kisten seien an einem sicheren Ort. Doch gezeigt haben sie das Gold bisher niemanden.

Der ehemalige Direktor des Museums von Kabul lebt im Exil in Peshawar. Er sei sich sicher, dass die Russen nichts von dem Schatz mitgenommen haben. Alles, was noch übrig ist, meint er, liege im Safe des Präsidentenpalastes in Kabul, aber das seien wohl nur noch Kleinigkeiten. Auch der Kulturbeauftragte der früheren Regierung befürchtet, dass der Schatz für immer verschwunden bleibt.

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