Kurze Chronik

Das Zeitalter der Piraten

Papst Alexander VI teilt den Zugang zu den Schätzen der Neuen Welt auf: Portugal bekommt Afrika und den Osten, Spanien Amerika. Alle anderen, besonders die protestantischen Mächte England, Frankreich und die Niederlande, gehen leer aus. Doch die Schatzschiffe der Spanier locken Piraten an wie Honig die Bienen. Viele arbeiten nicht nur auf eigene Rechnung sondern mit Kaperbriefen ihrer Herrscher.

Piratenflagge weht im Wind
Piratenflagge weht im Wind Quelle: ZDF

1492 Entdeckung Amerikas
Auf der Suche nach einem Seeweg nach Indien landet Christoph Kolumbus auf der karibischen Insel San Salvador. Später erreicht er Kuba, Haiti und Jamaika. Auf seiner vierten und letzten Reise nach "Westindien" gelangt er 1498 auch zum Festland, nach Panama.

1494 Papst Alexander VI
Im Vertrag von Tordesillas (7.6.1494 ) wird die "Teilung der Welt" festgeschrieben: Die Abgrenzung der spanischen und portugiesischen Interessenssphäre, zugleich Beginn des Aufbaus der Kolonialreiche.

1519 - 1521 Erste Weltumseglung durch Fernao de Magalhaes, einen Portugiesen in spanischem Dienst
Auf den Inseln der Karibik herrscht Mangel an Arbeitskräften, der ab 1510 durch Sklaven aus Afrika behoben wird. Der Handel entwickelt sich auf der berüchtigten Dreiecksroute: Europa, Westafrika, Karibik

1522 Französische Korsaren kapern spanische Schiffe aus Mexiko
Sie stammen meistens aus den protestantischen Teilen Frankreichs. Ihre Schiffe sind schnelle Segler, wie die der Sklavenhändler. Sie machen Jagd auf die behäbigen Frachtschiffe, auf denen die Spanier geraubte Schätze, Gold und Silber aus den neuen Kolonien über den Atlantik transportieren.

1562 Der britische Sklavenhändler John Hawkins
nutzt die Gelegenheit, sich nach Verkauf der menschlichen Fracht an die Spanier, einen Zusatzverdienst als Pirat zu sichern. Unter ihm lernt Francis Drake sein Handwerk. Englands protestantische Königin, Elisabeth I, duldet das einträgliche Geschäft.

1572 - 1586 Francis Drake überfällt spanische Häfen in der Karibik
Mit der Plünderung von Städten durch Piraten erwächst den Spaniern eine neue Plage. Mangel an Personal haben die Räuber nicht: Aus Europa lockt der "Ruf des Goldes" Abenteurer. Andere kommen aus den Reihen der Bukaniers. Es sind wilde Gesellen, Franzosen zumeist, die im Hinterland der Inseln ein hartes Dasein als Jäger führen. Als treffsichere Schützen mit der Muskete sind sie stets willkommene Verstärkung.

Pirat Sir Francis Drake
Pirat Sir Francis Drake Quelle: ZDF

1577 - 1580 Zweite Weltumseglung durch Francis Drake
Der Pirat macht auch auf seiner Forschungsreise reiche Beute. Er zeigt den Spaniern, dass sie sich auch an der Westküste Südamerikas nicht sicher fühlen können. Am Hof der britischen Königin wird der Seeheld für seine Geschenke an Gold und neuem Wissen gefeiert.

1584 Gründung der ersten englischen Kolonie in Amerika, "Virginia", durch Sir Walter Raleigh
Der Konflikt zwischen Spanien und England spitzt sich zu. Drake setzt die Überfälle auf spanische Häfen in der Karibik fort. In Cartagena/Kolumbien, macht er 1586 reiche Beute. Mit einer gewaltigen Flotte sucht der spanische König 1588 die Entscheidung vor der englischen Küste. Francis Drake trägt entscheidend zum britischen Seesieg über die Spanische Armada bei.

1597 Schwarzes Jahr der spanischen Flotte
Hohe Verluste in der Karibik durch Piraten: Spanische Schatzschiffe trauen sich nur noch in geschützten Konvois auf den Nordatlantik hinaus. Doch mit dem wachsenden Goldhunger Europas wächst auch die Zahl derer, die daran Teil haben wollen. Für die Piratenschiffe sind entlaufene Sklaven eine willkommene Verstärkung.

1630 Die Karibikinsel Tortuga, die Schildkröteninsel, wird zum Schlupfwinkel der Piraten
... nachdem die Spanier die französischen Bukaniers von Jamaika verbannt hatten. Auf Tortuga sammelten sich alle gestrandeten Abenteurer der Region. Die Insel wird ein Umschlagplatz für Beute und Informationen.

1640 Als "Brüder der Küste" bilden die Piraten von Tortuga eine feste Gemeinschaft, die nach strengen Regeln lebt
Sie nennen es das "Gesetz der Küste". Gefürchtete Anführer wie Francois Nau, genannt L'Ollonois machen die "Brüder der Küste" zum Schrecken der Karibik

Hafen von Port Royal (Animation)
Hafen von Port Royal (Animation) Quelle: ZDF

1655 Port Royal neuer Stützpunkt
Als die Briten Jamaika erobern, trennen sich die englischen Bukanier von ihren Brüdern und machen die Stadt Port Royal auf Jamaika zu ihrem neuen Stützpunkt. Zu ihnen gehört auch Henry Morgan, der seine Karriere als Pirat beim Überfall auf spanische Silberschiffe beginnt.

1667 - 1670 Henry Morgan plündert mit Piraten aus Port Royal spanische Städte in der Karibik

1670 Frieden zwischen Spanien und England Er bringt eine Wende: Henry Morgan wird 1644 britischer Gouverneur von Jamaika und damit auch oberster Piratenjäger. Auch in England darf Piraterie offiziell nicht mehr unterstützt werden.

1689 Edward Kidd in der Karibik als Pirat aktiv
Die Gönner, die ihn anfangs mit Geld und Kaperbrief unterstützen, lassen ihn fallen, als es politischen Ärger gibt. Kidd wechselt nach Afrika ans Kap der guten Hoffnung. Als er dort ein Schiff mit reicher Beute aufbringt, beschwert sich der Eigner, ein indischer Magnat. Englands Ostindienkaufleute reagieren rasch, Kidd wird nach Prozess gehängt.

1692 Port Royal durch Erdbeben zerstört
Zwar wird die Stadt wieder auf gebaut, doch die alte Spelunkenhochburg hat abgewirtschaftet. Zwar ist die Zeit der Piraten in der Karibik nicht vorbei, doch ein Amnestieangebot des Britischen Gouverneurs nehmen viele an (1717). Andere, wie der berüchtigte Blackbeard, werden bei einer Piratenrazzia getötet und wieder andere versinken mit ihren Schätzen im Meer.

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