Laser-Vermessung am Fundort

LiDAR gewährt Einblicke in Dakotas Lebenswelt

Die Ablagerungen in den wüstenähnlichen Badlands von North Dakota bergen unzählige Schätze aus vergangenen Erdzeitaltern - ein Dorado für Dino-Liebhaber. Das Team der Universität Manchester unter Leitung des britischen Paläontologen Phil Manning konzentriert sich zunächst auf den Fundort Hell Creek.

LiDAR Landschaftsscan Quelle: ZDF

Ein hoch modernes Kartographier-Gerät namens LiDAR schickt Laser-Pulse in die Landschaft. Aus dem optischen Echo errechnet der Computer ein äußerst detailliertes Bild des Geländes. Die Frage lautet: Welche besonderen Gegebenheiten des Fundorts haben den fantastischen Erhaltungszustand von Dakota ermöglicht? Aus den Daten des virtuellen drei-dimensionalen Bildes lassen sich die Charakteristika des Fundortes exakt ermitteln. Das könnte Hinweise auf die Ursache der guten Konservierung geben."

Geologische Geschichte

LiDAR leistet in der Hell Creek Formation zweierlei: Zusätzlich zur Oberflächen-Topographie ermittelt es auch Ausdehnung und Verlauf der verschiedenen Ablagerungs-Schichten des Sediment-Gesteins. Die Kombination beider Daten-Pakete gibt Einblick in die geologische Geschichte des Gebietes. Erdbeben, Vulkanausbrüche, Flutkatastrophen - ihre Spuren lassen sich in der drei-dimensionalen Rekonstruktion erkennen. So eingeordnet, zeigen die Bilder mehr als nur ein besonderes Stück Stein. Sie sind Schnappschüsse aus Dakotas Lebenswelt.

Computeranimation Nordamerika unter Wasser Quelle: ZDF

Mit Hilfe von LiDAR gewinnt auch die einst feucht-warme Lebenswelt am Hell Creek Konturen. Vor 67 Millionen Jahren sah es auf dem Globus völlig anders aus als heute. Große Teile Nordamerikas, vor allem ausgedehnte Flächen des Mittleren Westens, lagen unter Wasser. Die Gegend von Hell Creek bot in der späten Kreide-Zeit Groß-Reptilien wie den Hadrosauriern ideale Lebensbedingungen. Im Lauf der Jahrmillionen verschwanden die Echsen, die Flüsse trockneten aus, neues Land entstand und wurde vom Zahn der Zeit wieder angenagt. Doch die Spuren der Vergangenheit sind noch lesbar. Die LiDAR-Daten zeigen deutlich einen Fluss innerhalb einer 30-Meter-Zone um den Fundort der Dino-Mumie herum.

Toter Hadrosaurus im weichen Flussbettboden Quelle: ZDF

Hoher Eisen-Karbonat-Gehalt

Vermutlich starb Dakota an einem strömungsarmen Fluss-Abschnitt mit weichem Bettboden. Dafür sprechen die Untersuchungs-Ergebnisse des Sedimentologen Dr. Joe McQuaker. Dakota kann nicht frei am Ufer gelegen haben, sondern muss vollständig bedeckt gewesen sein. Das beweist der hohe Eisen-Karbonat-Gehalt. Eisen-Karbonat wird von Mikro-Organismen produziert, die in sauerstoff-armem Milieu leben, etwa im Schlammboden eines Gewässers. Die Bakterien zersetzen tote Tiere sehr langsam. Dabei geben sie Stoffe ab, die zur Bildung von Eisen-Karbonat beitragen, das wiederum das Gewebe des Tieres durch Einlagerung ersetzt.

Vielleicht erfüllen sich ja die Hoffnungen der Wissenschaftler, und sie können eines Tages gezielt nach Dino-Mumien suchen. Aber noch ist das Zukunftsmusik. Bis dahin muss sich das Team mit Dakota begnügen.

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