Leben im Moloch Großstadt

Enge Häuser, stinkende Kloaken

Das moderne Rom steht auf dem Schutt der Jahrtausende. Heute liegt das Erdgeschoss eines ehemaligen römischen Mietshauses acht Meter unter der Erde. Die Räume sind fast zweitausend Jahre alt. Hier hausten jene, die nach Rom gekommen waren, um ihr Glück zu machen.

Platzmangel und die Grundstückspreise zwangen die Menschen in engen und verwinkelten Häusern zu leben. Dort war es dunkel, laut und es stank fürchterlich. Dennoch wurden Wuchermieten verlangt. So konnte sich viele Menschen auch das nicht leisten und lebten auf der Straße.

Schnell und billig

Mit Miete, mit Wohnungsbau war viel Geld zu machen. Es gab Immobilienfirmen, die diese Gebäude schnell und billig errichteten, ohne auf Bauqualität zu achten. Es wurden hohe Mieten kassiert. Die Risse in den Wänden wurden nicht repariert, sondern übertüncht.


Daher stürzten die Häuser sehr schnell ein, was für die Bauunternehmer allerdings kein großer Verlust war, denn das Material konnte komplett wieder verwendet werden. Schnell waren neue Gebäude wieder hochgezogen, und die Mieteinnahmen flossen wieder. Bauvorschriften, die die Höhe der Gebäude auf 18 Meter beschränkten, wurden immer wieder umgangen. Das Stadtbild Roms war geprägt von mehrstöckigen Häusern, getrennt nur durch schmale Gassen.

Erholung für die Nasen

Die Badehäuser waren Dreh- und Angelpunkt des römischen Lebens. Der Eintritt kostete wenig; wer konnte, besuchte täglich die Thermen. Das Baden in duftendem Wasser war eine Erholung für die angestrengten Nasen der Römer, denn überall in der Stadt stank es. Sogar das Forum Romanum, wo die Tempel zu Ehren der Götter standen, der Senat große Politik machte und sich die feine Gesellschaft traf war von Gestank durchdrungen.

Schreckliche Epidemien

Die Abwässer Roms - voller Müll und Fäkalien - flossen in der berühmten Cloaca Maxima zusammen. Trotz der fortschrittlichen Abwasserentsorgung, landete noch immer viel Müll direkt auf den Straßen. In den Nischen der finsteren Gänge brannten Öllampen. Sie sorgten für eine spärliche Beleuchtung und halfen den Wartungsmannschaften, sich zu orientieren.


Die Abflüsse waren oft verstopft und mussten regelmäßig gereinigt werden. 600 Meter der Cloaca Maxima, des größten der römischen Kanäle, gehört noch heute zum Abwassersystem der Stadt. In der Antike landete am Ende der gesamte Müll der Stadt im Tiber und machte den Fluss selbst zu einer stinkenden Kloake. Viele der ärmeren Römer mussten ihr Trinkwasser aus dem Fluss holen. So kam es immer wieder zu schrecklichen Epidemien.




Die meisten jedoch waren arm. Nur vier von zehn Kindern erreichten das Erwachsenenalter. Der Vergleich der vielen Fundstücke ermöglicht Einblicke in die römische Gesellschaft zu machen. Selbst einfache Dinge erzählen eine Geschichte.




Die Armen versuchten es den Reichen gleich zu tun. Alles wurde mit Ornamenten versehen - selbst einfache Küchengeräte. Doch Schönheit hatte ihren Preis: Eine verzierte Schüssel kostete fünf Sesterzen. Das entspricht zwei Tageslöhnen eines einfachen Arbeiters. Selbst der kleine Luxus blieb für die meisten unerschwinglich. Und so war Bestechlichkeit in Rom allgegenwärtig. Alles drehte sich ums Geld.

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