Leben im Überfluss

Paradiesische Zustände für die Menschen der Steinzeit

Vor circa 10.000 Jahren dringen Siedler an die Küsten des Atlantik vor. Sie entwickeln einen völlig neuen Lebensstil. Diese Pioniere ernähren sich anders als die Großwildjäger der Eiszeit. Sie suchen ihre Nahrung in erster Linie im Meer: Muscheln, Krebse, Fisch und Schnecken.

Verglichen mit den Neandertalern leben die Menschen der mittleren Steinzeit im Überfluss. Sie haben Zeit, sich mehr kulturellen Luxus zu leisten. Neben der täglichen Beschaffung und Zubereitung des Essens, machen sie Musik und stellen Schmuck her.

Wärmer werdendes Klima

Während die nördlichen Ränder des Kontinents noch ziemlich kahl sind, verändert sich das Innere Europas noch einmal drastisch. In dem wärmer werdenden Klima verdrängen Laubwälder die düsteren Tannen und Fichten, die dem Eis gefolgt waren. Überall sprießt frisches Grün in vielen verschiedenen Arten aus dem Boden.


Bald überzieht ein artenreicher Mischwald aus Hasel, Eichen, Ulmen, Linden und Buchen den Kontinent bis weit hinauf in den Norden. Ein Heer von Tieren hilft, die Samen dieser Bäume zu verbreiten und sichert sich so den eigenen Lebensraum. Aus den reißenden Fluten der Eiszeiten sind ruhiger fließende Gewässer geworden. Sie bieten Wege durch die dichten Wälder.

Laichende Lachse in Europas Flüssen

Millionen Lachse verlassen im Sommer den Atlantik. Sie ziehen die Flüsse hoch, um weit im Landesinneren zu laichen. An den verzweigten Unterläufen von Elbe, Weser, Rhein und Themse geht es nicht anders zu, als heute an den letzten großen Wildflüssen Kanadas oder Alaskas.


Irgendwann beginnen die immer zahlreicher werdenden Küstenbewohner, neue Fisch- und Jagdgründe zu suchen. Sie folgen Lachsen und Aalen von der Küste in die Mündungen der großen Flüsse. Mit kunstvoll geflochtenen Reusen und Barrieren gehen sie erfolgreich auf Fischfang. Vor allem Aale bieten eine energiereiche Ernährung. Größere Mengen können lebend als Vorrat gehalten oder aber im Rauch konserviert werden.

Zeit der Eroberung steht bevor

Steinzeitmensch beim Leeren einer Reuse Quelle: ZDF


Die Randgebiete der dichten Wälder sind für die Menschen über die Wasserwege gut zu erreichen und zu nutzen. An die Oberläufe der Flüsse, in das ferne dunkle Herz des Kontinents, dringt jedoch noch kaum eine Menschenseele vor. Zu unwegsam sind Sümpfe und Urwälder. Zu bedrohlich die großen Raubtiere. Aber die Zeit der Eroberung wird kommen.


Zweieinhalb Millionen Jahre regierte die Eiszeit den Kontinent und gab ihm den letzten Schliff. Doch selbst das Klima konnte das Gesicht Europas nicht so schnell und radikal verändern, wie die neue Macht, die nun die Bühne betritt.

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