Leben in unbekannten Welten

Ein Sapiens-Clan will über die Alpen

Vor 100.000 bis vor 50.000 Jahren entdeckten die Sapiens fast alle Gebiete dieser Erde, einige wandten sich nach Asien, andere in Richtung Europa. Warum riskierten sie ihr Leben in unbekannten Welten? Folgten sie der Wanderung der Herdentiere oder den Zeichen der Natur? Viele glaubten damals an die Macht der Sonne und des Mondes.

Ein anderer Sapiens-Clan betet die Sonne an. Eines Tages verschwindet die Sonne mitten am Tag. Das Ereignis erfüllt alle mit Angst und Schrecken. Eine Frau fällt in Trance, um die unheilvolle Sonnenfinsternis zu bekämpfen. Tatsächlich kehrt die Sonne zurück. Die Frau, die die Gruppe als Schamanin anführt, heißt Nata. Sie ist die älteste von drei Schwestern.

Ins Land der Sonne

Für Nata ist die schwarze Sonne ein böses Zeichen. Die Sonne muss stark sein, um den Clan am Leben zu erhalten. Sie beschließt, ihren Clan über die Berge zu führen, in das Land, in das die Sonne täglich reist. Sie hätten umkehren sollen, als sie die Größe der Alpen erkannten. Aber trotz allem leitete ihre Hoffnung sie weiter. Sie zögerten nicht, sich auf die gefährlichste Reise ihres Lebens zu begeben.

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte entdecken die Sapiens "weiße Erde". Ihre Füße brennen bei der Berührung. Die Erde ist wie eine Haut und nimmt die Form an von allem, was sie berührt. Um sich vor der Kälte zu schützen, erfinden die Sapiens den Schuh. Nichts kann die Entschlossenheit der Schamanin brechen. Die Gruppe setzt ihren Aufstieg fort. Seit drei Tagen haben sie nichts als Schnee zu sich genommen. Nata verspricht ihnen, dass es am Ende des Pfades keine Nacht mehr geben wird. Das gibt ihnen Mut, aber Mut macht die Schwächsten nicht stärker. Viele des Clans bleiben auf der Strecke zurück.

Gewinn für kommende Generationen

Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Matriarchat beim Homo sapiens weit verbreitet war. Frauen hatten die Autorität, weil sie Leben geben konnten und so für die Zukunft des Clans sorgten.
Über Tausende von Jahren, in denen Sapiens sich in kalten Regionen aufhielt, wurde seine Haut immer heller. Auf diese Weise kann das ultraviolette Licht besser absorbiert und die Synthese wichtiger Körperstoffe gefördert werden. Wie die Sapiens überhaupt überlebt haben, weiß man nicht genau. Möglicherweise half ihnen ihre Fellkleidung oder das Tierfett, das sie vermutlich auf ihre Haut rieben.
Die Eroberung des neuen Landes forderte einen hohen Preis. Viele Sapiens blieben auf der Strecke. Aber jedes Territorium, das sie eroberten, war ein Gewinn für kommende Generationen.



Nata glaubt, sie seien endlich angekommen, aber hinter jedem Berg liegt nur ein weiterer. Schließlich sind nur noch drei von ihnen übrig: Nata, ihr Mann und ihre zweite Schwester. Als ihre letzten Kräfte zu schwinden beginnen, gibt es plötzlich einen Hoffnungsschimmer. Drei Erhebungen im Schnee können nur von Tieren stammen. Erfrorene Tiere - Nahrung, die es ihnen ermöglicht, die Reise zu Ende zu bringen. Sie sind gerettet.

Spuren von Neandertalern

Der Clan macht eine merkwürdige Entdeckung: Auf einem Tierkadaver liegen viele Steine. Was machen all diese Steine auf den Tieren? Andere Menschen müssen hier gewesen sein. Aber wer sind sie und wo kommen sie her? Sie müssen verhext sein, denn in dieser Hölle kann niemand überleben. Niemand, außer vielleicht einem bemerkenswerten Verwandten des Homo sapiens. Der Neandertaler war perfekt an das kalte und unwirtliche Klima in Europa angepasst. Er hatte eine eigene Kultur und bestattete schon früh seine Toten.

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