Legendärer Geniestreich

Hannibals Zug über die Alpen

Eine gigantische Mauer aus Fels und Eis steht zwischen dem Karthager und seinem Traum vom Sieg über Rom. Ein Plan, der an Wahnsinn grenzt: Die schwerfälligen Dickhäuter aus den Steppen Afrikas sollen jetzt eisige, schroffe Felsen und fast 2000 Meter hohe Gebirgspässe überwinden.

Eine unendliche Strapaze für Tier und Mensch - und eine logistische Meisterleistung: Nahrung für tausende Soldaten und Pferde, Winterausrüstung und Waffen müssen in Eiseskälte über das Hochgebirge geschafft werden. Gallier in karierten Hosen, dunkelhäutige numidische Reiter, spanische Kelten mit Zöpfen in den Haaren, Griechen in schwerer Rüstung.

Rätsel um die Route

Ein legendärer Geniestreich, für den Hannibal seither bewundert wird. Keine seiner Taten hat die Fantasie der Nachwelt mehr angeregt, als der Zug über die Alpen. Bis heute streiten die Wissenschaftler darüber, auf welchem Weg Hannibal das geschafft hat.


Sicher ist, dass der Karthager in der Gegend der heutigen Stadt Turin römischen Boden betrat. Aber wie gelangte er von der Rhone aus dahin? Nach der Überlieferung kommen zwei Hauptwege in Frage: Der südliche verläuft entlang der Durance, der nördliche führt durch das Isère-Tal - damals schon bekannte Handelsrouten durch das Gebirge. Aber für welchen Weg entschied sich Hannibal?

Zwei Historiker - zwei Meinungen

Polybios und Livius beschreiben verschiedene Routen. Hat Hannibal seinen Heerzug in zwei getrennten Abteilungen durch die Alpen geführt - und haben beide antike Historiker recht? Die einzigen Wege, die sich vor über 2000 Jahren durch das menschenfeindliche Gebirge ziehen, sind schmale Trampelpfade am Grund der Täler. Hier können Menschen und Tiere nur hintereinander gehen.

Die Folge: Der Heerzug der 40.000 würde sich auf viele Kilometer auffädeln. Wochen gingen verloren. Außerdem bietet das felsige Terrain nur wenig Nahrung für die vielen Tiere. Die Lösung des Problems: den Heerzug halbieren und auf zwei Wege zu verteilen!

Hoher Blutzoll

Aber damit sind die Alpen noch längst nicht besiegt. Der Abstieg nach Italien führt über todbringende Steilhänge. Was als taktischer Coup begann, fordert jetzt einen hohen Blutzoll. Fast ein Viertel des Heeres ist auf der Strecke geblieben. Besonders groß sind die Verluste bei den Kriegselefanten. Hannibals Wunderwaffe versagt.




Doch noch zwingt der Mann aus Karthago den Senatoren Roms seinen Willen auf. Ein Heer, das schon nach Afrika übersetzen will, wird zurück beordert. Hannibals Plan, die Römer im eigenen Land in Atem zu halten, scheint zu gelingen.

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