Leinen los für Abora III

Die abenteuerliche Fahrt in einem prähistorischen Schilfboot

Am 11. Juli 2007 sticht ein primitives Schilfboot von New York aus in See, das Ziel: Nordspanien. Die Crew will beweisen, dass der Mensch bereits vor 10.000 Jahren gegen Wind und Strömung über den Atlantik reiste. Es ist ein gefährliches Unterfangen, denn die steinzeitliche Abora III fährt ohne Begleitboot.

Dominique Görlitz und Sabrina Lorenz auf der Abora Quelle: ZDF

Mit seiner Fahrt will Expeditionsleiter Dominique Görlitz Neuland betreten: "Das Hauptziel besteht darin, zum ersten Mal in der Neuzeit mit einem Prähistorischen Rahsegler den Atlantik von West nach Ost zu überqueren. Was so noch niemand in der Neuzeit gemacht hat und von dem alle ausgehen, dass so eine riskante Ozeanreise nicht möglich ist."

Erste Schilfboote schon zur Schulzeit

Schon als Junge begeisterte sich der Ostdeutsche für die Abenteuer und Ideen Thor Heyerdahls. Seit seiner Jugendzeit hat er bereits mehrere Schilfboot-Expeditionen unternommen. Auf einem Stausee in Sachsen trat er zum ersten Mal in die Fußstapfen seines Idols. "Der Stausee wurde 1982 gebaut und als ich als Elfjähriger diese Wasserfläche gesehen habe, war ich total beeindruckt, dass es soviel Wasser an einem Ort geben kann. Da ist zum ersten mal der Wunsch gekommen, mit dem Schilfboot über diesen See zu segeln", so Görlitz. "So haben wir dann auch die ersten Schilfboote gebaut und praktisch von hier aus begonnen, die Weltmeere unsicher zu machen. Hier haben wir die Grundlage dafür gelegt, dass wir mit Abora III viele Jahre später von New York aus über den Atlantik segeln". Der Traum, den Atlantik zu befahren, scheint unerreichbar für den Schuljungen aus Gotha. Doch als er dreiundzwanzig wird, fällt die Mauer - und auf einmal stehen ihm die Weltmeere offen.

Vor Görlitz und seiner internationalen Crew liegen tausende Seemeilen, in frühestens sechs Wochen werden sie wieder Land sehen. Acht Männer und zwei Frauen hat der Expeditionsleiter in sein Team berufen. Viele von ihnen unterstützen seine Arbeit schon seit Jahren, doch die meisten waren noch nie an Bord eines seiner Boote und haben keine Segel-Erfahrungen. Im Eilverfahren müssen sie nun die notwendigen Handgriffe lernen.

Günstige Winde helfen beim Start

Karte mit Fahrtroute der Abora Quelle: ZDF


Der Anfang ihrer Reise steht unter einem guten Stern. Mit dem Wind im Rücken geht es Richtung Osten, über drei Knoten macht die Abora Fahrt. Eine beachtliche Geschwindigkeit für ein so primitives Gefährt, das ohne einen einzigen Nagel und ohne eine einzige Schraube auskommt. 2000 Seemeilen sind es bis zum ersten Etappenziel, den portugiesischen Azoren. Die Mannschaft muss Kurs halten, auch bei widrigen Winden.

Die Bedingungen an Bord sind schwierig: Die Vorräte mussten knapp kalkuliert werden, Skipper und Bordarzt sind in letzter Minute abgesprungen. So ist kein Arzt im Team. Es gibt keine schützende Reeling, kein Begleitboot und kaum drei Quadratmeter Platz pro Person für Tausende Meilen durchs Nirgendwo.

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