Letzte Hoffnung Montezuma

Verzweifelter Appell an das indianische Volk

Am späten Morgen des 30. Juni 1520 begann der Angriff der Azteken auf Cortés' Mannen. Doch noch hielt das Hauptquartier der Spanier. Die letzte Hoffnung ruhte auf Montezuma, den König der Azteken. Am Ort des Geschehens war auch Bernal Diaz del Castillo. Er war Augenzeuge des Racheaktes der Azteken.

Montezuma Quelle: ZDF


Bernal-Bericht: "Nach dem Toxcatl-Massaker wollten die Azteken Rache nehmen. Wir waren in unserem Quartier eingeschlossen. Mit entsetzlichem Lärm stürmten die Indianer auf uns ein. Sie setzten uns mit Pfeilen zu. Fast wäre es ihnen gelungen, in unser Hauptquartier einzudringen."

Der Angriff beginnt

Geheimnisvolle Höhle

Tausende Aztekenkrieger griffen die Spanier am 30. Juni 1520 an. Lange würden sich die Verteidiger nicht mehr halten können.



Bernal-Bericht (12:30 Uhr): "Die Azteken schmähten uns: 'diebisches Gesindel, hinterhältige Räuber.' Das verfluchte Gold war schuld. Wir hatten die Azteken unterschätzt. Unsere Lage war verzweifelt. Ausgerechnet der Herrscher der Azteken blieb jetzt unsere letzte Hoffnung."


Vor seiner Gefangenschaft suchte Montezuma alle 20 Tage die Pyramide von Teotihuacan auf. In dem Heiligtum hielt er stumme Zwiesprache mit den Göttern. Als Wissenschaftler 1972 die Pyramide erforschten, machten sie eine erstaunliche Entdeckung: Unter ihr befand sich eine geheimnisvolle Höhle. Die riesige Pyramide war nach dem Eingang der Höhle ausgerichtet. Es war ein heiliger Ort, vermutet der Archäologe Jesús Galindo.




Montezuma hatte bedrohliche Himmelszeichen gesehen: "Blutendes Feuer war wie aus einer Wunde in Tropfen vom Himmel gefallen, ein langer Sternenschweif schüttete von West nach Ost einen heißen roten Funkenregen aus." Warnten die bösen Omen vor der Ankunft der "Eisenmänner"? Deuteten die Zeichen auf den Untergang der Azteken?

Kosmos in Trümmern



Im Mittelpunkt ihres Universums stand der Templo Mayor. Für die Azteken gab er die vier Himmelsrichtungen vor und die Achse der Welt. Ihre Unterwelt und ihr Himmel waren in Sphären geteilt, in denen verschiedene Götter herrschten. Sollte die Weltenachse zerbrechen, würde der ganze Kosmos in Trümmer fallen. War der Untergang, den die Götter Montezuma verhießen, mit den spanischen Eroberern gekommen?


Bernal-Bericht (15:00 Uhr): Montezuma folgte uns in den Hof unseres Quartiers. Nur er konnte die wütenden Azteken von neuen Angriffen zurückhalten. Aber würde Montezuma uns helfen? Hatte er nicht uns allen den Tod prophezeit?

Montezumas schwerster Gang

Obwohl der König der Azteken den Spaniern nicht traute, war er bereit zu seinem Volk zu sprechen. Aber würden ihm seine aufgebrachten Krieger jetzt noch gehorchen, nach dem Toxcatl-Massaker, das er nicht hatte verhindern können? Montezuma stand sein schwerster Gang bevor. Er war bereit, sein Leben aufs Spiel zu setzen.


Bernal-Bericht: "Verzweifelt appellierte Montezuma an sein Volk: Sie müssten den Kampf einstellen! Sie seien unseren Waffen unterlegen. Sie sollten in ihre Häuser zurückgehen. Im Zorn beschimpften ihn die Azteken: 'Verräter! Feigling! Wer bist du, uns zu befehlen! Wir sind nicht länger deine Sklaven.' Montezuma war nicht mehr ihr König. Niemand hörte mehr auf ihn. Er hatte keine Macht mehr über sie. Ehe wir es verhindern konnten, war er viermal getroffen und verschied. Wir alle trauerten um den Fürsten, denn mit ihm starb auch unsere letzte Hoffnung. Montezuma war ein tapferer Mann, der sich für die Rettung seines Volkes geopfert hatte."

Energisch und klug

Der Aztekenherrscher galt der Nachwelt lange als hilflos und feige. Tatsächlich regierte er 17 Jahre energisch und klug sein Land. Er tat alles, um sein Reich und sein Volk vor den Eindringlingen zu retten - und bezahlte mit seinem Leben.

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