Literatur und Links

Buchtipps und weitere Infos aus dem World Wide Web

Frische Tipps der Redaktion zum Schiffsunglück sowie Web-Links zum Thema

Linda Maria Koldau
Titanic - Das Schiff, der Untergang, die Legenden
C.H. Beck Verlag, München 2012

Linda Maria Koldau ist eigentlich Professorin für Musikwissenschaft und Kulturgeschichte, arbeitet aber auch regelmäßig als Journalistin. Entsprechend griffig und bildhaft ist ihre Sprache. Ihr Buch zu lesen ist ein Vergnügen. Koldau hat die Dokumente über den Untergang und die Berichte der Überlebenden neu gesichtet und unter der Fragestellung beleuchtet: Was ist Legende, was ist Wahrheit? Damit aber nicht genug: Darüber hinaus ist es ihr gelungen, die Frage zu beantworten, warum die Titanic für Millionen von Menschen von Anfang an ein Mythos war und noch immer ist.

Der neue Ansatz ist das Besondere an dem Buch. Und wenn man mehr wissen möchte, liefert die Autorin auch noch eine umfangreiche Literaturliste, einen ausführlichen Bildnachweis und ein sorgfältiges Register. Da merkt man eben doch die Wissenschaftlerin. Alles in allem ein kurzweiliges und wirklich spannendes Buch.

Eigel Wiese
Titanic - Vier Tage bis zur Unsterblichkeit
Koehlers Verlagsgesellschaft mbH 2012

Im Reportagestil sucht der Autor nach allen Facetten rund um Bau, Inbetriebnahme und Untergang des größten und luxuriösesten Schiffes seiner Zeit. Eine ansprechende Mischung aus Hintergrundartikeln, aktuellen Fotos, Originalaufnahmen, Schnittzeichnungen und der Abbildung zahlreicher Dokumente lassen die Zeit der Titanic wieder lebendig werden. Von "Leinen los" über "Dramen in den Rettungsbooten bis zur "Suche nach dem Wrack" zeichnen die Kapitel den Werde- und Untergang des Luxusliners nach. Ergänzt wird das Werk durch die umfassende Auflistung von Besatzung, Ladung und das Funkprotokoll zur Unglücksnacht. Wer glaubt, nun alles zu wissen, dem offenbart der Autor einen überraschenden Fragenkatalog, eine der hundert Fragen lautet: Wie viele Frauen gehörten zur Besatzung? Die Antwortet lautet: 23. Hätten Sie's gewusst?

Wolf Schneider
Mythos Titanic
Das Protokoll der Katastrophe - drei Stunden, die die Welt erschütterten
Rowohlt Taschenbuch Verlag 2012

Das Protokoll des Untergangs ist zum 100. Jahrestag des Unglücks neu überarbeitet erschienen: Im Minutentakt erzählt Wolf Schneider, Journalist und Ausbilder an fünf Journalistenschulen, die letzten drei Stunden an Bord des Schiffes im Minutentakt. Er hält sich dabei strikt an die Berichte der Überlebenden. Fotos unterstützen den dokumentarischen Charakter. Trotzdem sind die Schilderungen dramatisch und unterhaltsam. Schneider geht dabei den Fragen nach: Wie hatte es zu einer solchen Katastrophe kommen können? Welche Legenden sind wahr, die sich um den Mythos Titanic ranken? Immer wieder wartet er mit Anekdoten zu den Passagieren, zur Besatzung und zu den Umständen der Zeit auf - zwei Jahre vor dem Ersten Weltkrieg und auf dem Höhepunkt des Fortschrittsglaubens.

Philip Wilkinson
Titanic. Untergang eines Traums
Cbj 2011

Der Bildband ist für Kinder und Jugendliche konzipiert, gibt aber auch Erwachsenen einen gelungenen Überblick über die Geschichte der Titanic. Schon allein der großformatige Einband bietet ein haptisches Vergnügen: Schrift und Bilder sind erhaben und liebevoll aufbereitet. Panoramabilder, Skizzen und historische Fotos vermitteln einen guten Eindruck über Aufbau und Werdegang des Schiffes. Kurze Texte liefern kurzweilige, aber detaillierte Informationen zu Bau, Reise und Untergang des Schiffs und zur Erforschung des Wracks. Highlight im Innenteil ist ein Panoramaposter der Titanic zum Aufklappen.

Malte Fiebing
Titanic (1943): Die Nazis und das berühmteste Schiff der Welt
Books on Demand Verlag 2012

Lange bevor James Camerons Blockbuster in die Kinos kam, sollte im Jahr 1943 ein deutscher Titanic-Film die Zuschauer erzittern lassen. Regisseur Herbert Selpin hatte den Auftrag, die antibritischen Parolen des Dritten Reichs in einen scheinbar objektiven Film einzubringen. Im vorliegenden Buch untersucht Historiker Fiebing, wie viel Propaganda in Titanic (1943) steckt und klärt, warum der fertige Film zunächst von der Filmprüfstelle als "staatspolitisch wertvoll" ausgezeichnet, wenig später jedoch auf Veranlassung des Propagandaministers verboten wurde. Mit dem Buch liegt erstmalig ein umfassender Einblick in die politische Vorgeschichte, das Drehbuch, die Dreharbeiten und die Veröffentlichungsgeschichte des deutschen Spielfilms vor, die mit zahlreichen, teilweise bislang unveröffentlichten Fotos erzählt wird.

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