Literatur und Links

Buchtipps und weitere Informationen aus dem World Wide Web

Scheps, Birgit
Das verkaufte MuseumDie Südsee-Unternehmungen des Handelshauses Joh. Ces. Godeffroy & Sohn, Hamburg, und die Sammlungen "Museum Godeffroy"
Keltern - Weiler: Goecke & Evers, 2005

Johan Cesar Godeffroy galt in seiner Zeit als "König der Südsee". Geschickt verknüpfte der Hamburger Reeder und Kaufmann wirtschaftliche Handelsinteressen mit der Förderung der Wissenschaft. Überall wo er Handelsniederlassungen hatte, beschäftigte er auch Sammler vor Ort, die ihn mit ethologischem Material versorgten: inklusive menschlicher Gebeine. Unikate wurden im eigens dafür in Hamburg eingerichteten Museum Godeffroy ausgestellt, Doubletten wurden zum Kauf angeboten. Seine wohl berühmteste Sammlerin war Amalie Dietrich, die in den Jahren 1863-1873 für ihn in Australien unterwegs war. Ihr, wie auch allen anderen Sammlern Godeffroys, ist ein eigenes Kapitel des Buches gewidmet. Die Autorin Dr. Birgit Scheps, gilt als eine der besten Kennerinnen der deutschen Sammlerin. Das Buch beschreibt den Auftsieg und Fall der Familie Godeffroy, die in Bezug auf die naturkundlichen Sammlungen mit dem Verkauf des Museums im Jahre 1881 endeten.

Kranz, Helene (Hg.)
Das Museum Godeffroy: 1861-1881
Naturkunde und Ethnographie der Südsee
Hamburg: Altonaer Museum 2005

Der Katalog erschien anlässlich einer Ausstellung im November 2005. Anschaulich ist darin zusammengestellt, wie und wo überall auf der Welt Sammler für Johan Cesar Godeffroy unterwegs waren, um Exponate für das Museum zu beschaffen. Unzählige zeitgenössische Bilder und Fotografien lassen das untergegangene Handelsimperium Godeffroys wieder auferstehen.

Bischoff, Charitas
Amalie Dietrich - Ein Leben
Berlin: Grote, 1909

Charitas Bischoff ist die Tochter von Amalie Dietrich. In ihrem Buch beschreibt sie das entbehrungsreiche Leben ihrer Mutter. Die Reise nach Australien wird vor allem durch Briefe abgedeckt. Diese Briefe sind allerdings nicht authentisch, sondern von Charitas Bischoff redigiert. Eine interessante Lektüre, die tiefe Einblicke in das Leben einer außergewöhnlichen Frau im 19. Jahrhundert geben, wenn auch der Stil zum Teil sehr altmodisch ist.
Das Buch wird bis heute immer wieder unverändert nachgedruckt. Die aktuellste Auflage ist die vom Calwer Verlag, 1994. Über den Buchhandel ist es im Moment nicht zu beziehen, aber auf einschlägigen Internetseiten lässt sich antiquarisch leicht ein Exemplar finden.

Goschler, Constantin,
Rudolf Virchow, Mediziner - Anthropologe - Politiker
Köln: Böhlau 2009

Wer den Namen Rudolf Virchows hört, der denkt sicher zuerst an die großen Erfolge des Berliner Arztes auf dem Gebiet der Medizin. Doch Prof. Virchow war ein Mann mit vielen Interessen. Er war nicht nur der wohl berühmteste Pathologe Deutschlands, sondern auch politisch sehr engagiert. Ihm ist die Einrichtung erster kommunaler Krankenhäuser in Berlin zu verdanken, sowie die zentrale Trinkwasserversorgung und die Anlage der Kanalisation. In seiner Biografie beschreibt Constantin Goschler nicht nur das Verhältnis von Wissenschaft und Politik im Leben Rudolf Virchows, der sich selbst immer zuerst als Naturwissenschaftler verstanden hat, sondern auch die Rolle der Wissenschaft in der damaligen Gesellschaft. Zu dem Thema Schädel und Skelette finden sich nur summarische und nicht speziell auf Australien bezogene Aussagen.

Althaus, Karin, Friedel, Helmut, Böller, Susanne (Hg.)
Gabriel von Max: Malerstar, Darwinist, Spiritist
München: Hirmer 2010

Der deutsche Maler Gabriel von Max war vielseitig interessiert. Unter anderem stellte er die größte anthropologische Private-Sammlung zusammen. Durch Ankäufe weltweit sowie einem regen wissenschaftlichen Austausch mit Koryphäen wie Ernst Haeckel, Felix von Luschan und Hermann Klaatsch, kam er in den Besitz von mindestens 318 Schädeln, von denen zwölf aus Australien und 21 aus Afrika stammten. Nach seinem Tode ging die Sammlung in den Besitz der Stadt Mannheim über, von wo aus sie im Jahre 1935 nach Freiburg gelangte. Erst vor kurzem hat man herausgefunden, dass sie nicht wie ursprünglich vermutet im 2. Weltkrieg der Vernichtung anheimfiel, sondern dass sie als Teil der Alexander-Ecker-Schädelsammlung die Kriegswirren überlebte.
Der Katalog beschreibt die verschiedenen Facetten des charismatischen Mannes und gibt dabei einen sehr guten Überblick über das Werk des Künstlers.

Erckenbrecht, Corinna
Auf der Suche nach den Ursprüngen
Die Australienreise des Anthropologen und Sammlers Hermann Klaatsch 1904-1907
Ethnologica Neue Folge Band 27
Köln: Wienand-Verlag 2010

Der deutsche Anthropologe Hermann Klaatsch ist insbesonders für seine zusammen mit Otto Schoetensack vorgenommene Erstbeschreibung des so gernannten "homo heidelbergensis" berühmt geworden. Der Heidelberger Gelehrte Otto Schoetensack war es auch, der Klaatsch zu einer Reise nach Australien überzeugte, um dort ethnologisches aber auch anthropologisches Material zu sammeln. Dieser Reise ist das Buch gewidmet. Der Verlauf der Reise wird minutiös anhand von Tagebucheintragungen rekonstruiert. Anders als viele andere, vor allem auch australische Wissenschaftler seiner Zeit, trat Klaatsch den Ureinwohnern sehr freundlich gegenüber. Dies führte sogar zu Spionagevorwürfen. Klaatschs Hauptausbeute auf dieser Reise waren Alltagsgegenstände und Dutzende von Fotografien. Ganz nebenbei, wohl wissend, dass er sich dabei im Unrecht befand, raubte der Anthropologe aber auch Grabstätten aus und besorgte so die bei seinen Kollegen in Europa begehrten Schädel und Knochen.

Ein wissenschaftliches, aber doch sehr interessantes Werk, das gute Einblicke in den Alltag des reisenden Forschers gibt.

First Australians - The untold story of Australia
2tlg. DVD-Box
Umbrella Entertainment
ASIN: B0021QM7W0

Perkins, Rachel
First Australians: An Illustrated History
Melbourne University 2009
Das Begleitbuch zur Serie

First Australiens ist die Chronik eines Zusammenstoßes zweier Welten. In sieben Episoden und 382 Minuten wird darin die wechselvolle Geschichte der Aborigines nach der Kolonialisierung Australiens durch die Engländer erzählt. Die Filme sind ausgesprochen liebevoll gemacht und illustrieren den Überlebenskampf der Aborigines ohne große Sentimentalitäten, filmisch schlicht aber dank Musik und unzähligen Dokumenten beeindruckend erzählt.
Zu der Serie ist auch ein Begleitbuch erschienen von Rachel Perkins. Beide gibt es leider nur in englischer Sprache.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet