Lucys Schicksal

Den Herausforderungen nicht gewachsen

Wenn Lucy im Clan der Anamensis überleben will, muss sie sich an die Gewohnheiten der anderen anpassen. Vielleicht haben sich verschiedene Vormenschentypen gemischt und ihre Gene kombiniert. Diese These konnte bis heute allerdings nicht belegt werden.

Anamensis ist weit besser zu Fuß als Lucy. Sie kann nur schwer mit den anderen mithalten und ist ständig hungrig. Der Chef des Clans verfolgt sie auf Schritt und Tritt. Als Anführer der Gruppe steht ihm die erste Paarung mit dem neuen Weibchen zu, aber Lucy weigert sich. Die Paarung setzt bei ihrer Art eine aufwendige Werbung voraus. Ihre Reaktion ruft ein weitere Männchen auf den Plan. Es fordert den Chef heraus. Der Chef ist gestürzt - und offenbar selbst noch ganz erstaunt über diese Wendung.

Aufstieg in der Gruppe

Lucy widmet sich wieder der Nahrungsbeschaffung. Nicht nur sie lernt von den Anamensis, ihre Anwesenheit wirkt sich auch auf die anderen aus. Die Gruppe muss immer weitere Strecken zurücklegen, um genügend Wasser und Nahrung zu finden. Aber Lucys Leben ist auch leichter geworden. Mit einem Schlag ist sie in der Gruppe aufgestiegen: von der "Neuen" zur "Partnerin des neuen Anführers". Noch könnte sich Lucys Schicksal und das Schicksal ihrer Art zum Guten wenden. Da wird ihr eine Prüfung in den Weg gestellt, die sie sich niemals hätte vorstellen können.

Die Anamensis haben während ihrer weiten Wanderungen gelernt, Flüsse zu überqueren. Vielleicht folgten sie den großen Herden der Weidetiere. Für Lucy waren Flüsse bisher Grenzen, an deren Überschreitung sie nicht einmal gedacht hätte. Der Älteste der Gruppe kennt einen Übergang, aber es dauert eine Weile, bis er sich erinnert. Lucy ahnt noch nicht, was auf sie zukommt. Schließlich ist die Furt gefunden und der Alte gibt das Signal zum Aufbruch. Zunächst prüft er, ob sich Krokodile zeigen. Immer wieder fielen Artgenossen den hungrigen Riesen zum Opfer. Lucy ist verzweifelt, aber sie kann den Chef nicht zur Umkehr bewegen. Der Alte hat bereits mit der Durchquerung des schnell fließenden Gewässers begonnen. Die Gruppe folgt dem Alten ohne Ausnahme. Fast ist das Abenteuer überstanden, nur Lucy ist noch am anderen Ufer zurückgeblieben.

Unausweichliche Katastrophe

Ihr neuer Freund "ruft" sie und versucht, ihr Mut zu machen, aber Lucy hat kürzere Beine als die Anamensis. Sie ist müde und erschöpft von der langen Wanderung und ihrer fortgeschrittenen Schwangerschaft. Schließlich findet sie keinen Halt und hat den Stromschnellen nichts entgegenzusetzen. Die Katastrophe ist unausweichlich: Lucy ertrinkt. Anamensis hat schon viele seiner Artgenossen auf diese Weise sterben sehen. Sicher erinnert er sich noch eine Weile an Lucy, aber bald wird er sie vergessen. Er muss weitergehen, den anderen folgen - ohne zurückzuschauen.

Lange Zeit galt Lucy als "Mutter der Menschheit", aber heute wird sie mehr und mehr aus dem Stammbaum des modernen Menschen verbannt.

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