Ludwigs Märchenschlösser

Flucht in die schöne Welt der Träume

Der junge König flüchtet sich vor den Regierungsgeschäften in die schöne Welt der Träume. Ludwig möchte ein Herrscher sein, mächtig und weise wie in den alten Sagen. Ein Leben, das der Kunst geweiht ist und doch erfüllt von unbegrenzter Macht.

Hoch in den bayerischen Alpen will König Ludwig II. sich eine Burg bauen und sich von allen Zwängen befreien. Er hat kühne Ideen und kann sie durchsetzen. Von Hohenschwangau aus beobachtet er, wie sein erster großer Traum Wirklichkeit wird: Schloss Neuschwanstein. Mit enormem Aufwand auf einen Felsen am Alpenrand errichtet, ist es die größte Baustelle in seinem Reich.

Stein gewordenes Symbol

Neuschwanstein, das Stein gewordene Symbol seiner Ideale, wird zur Gralsburg eines zerissenen Menschen. Im Thronsaal gibt er sich gefährlichen Illusionen hin, träumt von absoluter Macht und Unfehlbarkeit. Von den Wänden sehen die Helden seiner Kinderzeit auf ihn herab. Am Rande seines Königreichs schafft er sich eine magische Welt. Weit entfernt von seinen Untertanen sucht der junge Monarch nach dem richtigen Weg.


Kann er seinen inneren Konflikt überwinden, oder wird er an ihm zerbrechen? Eines Tages werde er sich in einem See ertränken, sagt er oft. Immer tiefer zieht er sich in die Einsamkeit der Berge zurück. Um Regierungsgeschäfte kümmert er sich wenig. Denn schon baut er ein neues Schloss: Linderhof. Penibel kontrolliert er jedes Detail. Im Schlosspark lässt er einen maurischen Pavillon errichten.

Immer fremdere Welten

Der König taucht ein in immer fremdere Welten. Er will sich ein Reich der Fantasie errichten, nur für sich allein. Sein Volk interessiert ihn nicht. Und doch erwartet er, dass es seine exzentrischen Wünsche finanziert. Ganz will er sich seiner Kunst widmen, doch wieder holt ihn die Politik ein.



Während er sich um seine Bauten kümmert, bereitet sich das Land auf einen Krieg vor. Vielleicht ahnt Ludwig, dass er als Monarch an der Schwelle zu einer neuen Zeit steht, in der für einen König, wie er einer sein will, kein Platz mehr ist. 1870 erfolgt die Mobilmachung, Bayern zieht in den Krieg. Ludwig II. hasst das Militär. Er hasst Preußen und er hasst den preußischen Kanzler Bismarck. Und führt doch gemeinsam mit ihm Krieg gegen Frankreich, das er so liebt. Wie sehr muss er unter den politischen Sachzwängen gelitten haben.

Schwere Entscheidung

Nach dem Sieg steht Ludwig vor seiner schwersten Entscheidung. Er soll der Gründung des Deutschen Reichs zustimmen. Er weiß, sein Reich wird dabei seine Eigenständigkeit verlieren und doch unterschreibt er.




Für seine Unterschrift erhält er viele Millionen aus einem preußischen Geheimfond - nun kann weiterbauen. Am Chiemsee plant er ein neues Schloss, er widmet es einem absoluten Herrscher: Ludwig XIV., seinem Idol. Schloss Herrenchiemsee ist ein französisches Schloss in einem bayerischen See - bezahlt auch mit preußischem Geld. Hat sich der König für seine Träume verkauft?

Zimmer für einen toten König



Ludwig XIV. richtet er die prachtvollsten Räume ein: ein Audienzzimmer und ein Schlafgemach - für einen König, der längst tot ist. Der goldene Prunk verschlingt Millionen. Ludwig muss Schulden machen. Am Ende wird der Bau eingestellt. Das Schloss wird nie fertig.

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