Machtwechsel im Indianerreich

Hopewell-Kultur überspannt den halben Kontinent

Um 300 vor Christus erlischt die Adena-Kultur allmählich. Ob Auswanderung oder Krieg der Grund dafür ist, bleibt Spekulation. Ein neues Volk zieht ins wilde Land. Auch das erhält seinen Namen nach einem bedeutenden Fundort: Hopewell.

Zunächst setzen die Einwanderer die Tradition der Adena fort. Sie errichten konische Hügel für die Bestattung ihrer Toten sowie kreisrunde Erdanlagen mit innerem Graben und Außenwall. Erst später entstehen riesige Kultstätten - Kombinationen aus Erdwallanlagen, die sich weit ausdehnen.

Talentierte Händler

Um seltene Rohstoffe zu beschaffen, spannten die Hopewell ein Handelsnetz über den halben Kontinent. Und das vor 2000 Jahren. Muscheln und Haifischzähne holten sie von der Atlantikküste und vom Golf von Mexiko. Besonders begehrt war Obsidian. Das kostbare Steinglas diente zur Herstellung von Kultmessern. Es ist vulkanischen Ursprungs und stammt aus dem Yellow-Stone-Gebiet der Rocky Mountains. Seine Kanten schneiden schärfer als jede Stahlklinge der Moderne.

Mit leichten Kanus aus Birkenrinde paddelten die Männer sogar Tausende von Kilometer bis ins heutige Kanada, um an das rare Kupfer zu kommen. Objekte aus dem kalt gehämmerten Metall sind typisch für jene Zeit. Beispielhaft für den hohen Standard der Kunsthandwerker ist ein filigraner Vogel. Ein Götterbote - gefunden in einem Grab.

Herausragende Architekten



Auf dem Gebiet der Architektur glänzten die Hopewell mit einfallsreichen Konstruktionen. Ihr Zentrum lag nahe der heutigen Stadt Newark - mitten in Ohio. Über mehr als elf Quadratkilometer erstreckte sich einst der monumentale Komplex aus geometrischen Formen und wallbegrenzten Straßen - das größte Erdwerk der damaligen Epoche. Noch erhalten ist das Oktogon mit Kreis, genutzt als Observatorium. Und der Great Circle. Das gewaltige Rund war Schauplatz von Zeremonien. Der Große Kreis - seinerzeit ohne Baumbestand - ein Meisterwerk steinzeitlicher Technologie.

Der Große Kreis von Newark hat einen Durchmesser von 360 Meter, einen Wall und einen inneren Graben. Das Erdwerk wurde aus verschiedenfarbigen Böden gebaut. Dunkelbraune Erde für den inneren Graben. An die Außenseite machten sie eine Lehmschicht.

Monument für Rituale



Dr. Bradley Lemper, Archäologe: "Die Farben haben eine symbolische Bedeutung. Doch welche genau, können wir nicht sicher sagen. Der Große Kreis umgibt eine Hügelgruppe, die wir Adler-Mound nennen. 1928 wurde im Adler-Hügel gegraben. Man fand die Reste eines Großen Hauses oder eines Gebeinhauses - vielleicht ein Gebäude für Zeremonien, das abgerissen oder verbrannt wurde, als es seinen Zweck erfüllt hatte. Danach wurde darüber der Adlerhügel errichtet. Das Ganze ist also eine Abschlusszeremonie. Das, was zuvor im Haus stattgefunden hatte, war zu Ende, und indem man den Hügel darüber schüttete, verschloss man es - so, wie man einen Korken auf eine Flasche setzt, um etwas von der Magie zu bewahren. Der Hügel ist sicher ein Monument für die Rituale, die hier vor 2.000 Jahren stattfanden."

Auf verbrannte Pfosten von Zeremonialhäusern stießen die Archäologen häufig. Die verkohlten Überreste lagen auf Bodenniveau im Inneren der Mounds verstreut.

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