Machtwort vor dem Senat

Die politische Elite Roms in Alarichs Händen

Senator Attalus konnte Kaiser Honorius zunächst zum Einlenken gegenüber den Goten bewegen. Die Römer feierten vor Freude. Auch die Goten atmeten erleichtert auf und gaben Rom in Erwartung eines baldigen Abkommens frei. Doch in Ravenna sabotierte Olympius die Friedenslösung.

Athaulf und Alarich unter den Senatoren (Spielszene) Quelle: ZDF

Kaum waren Alarichs Truppen abgezogen, setzte Olympius 6000 Elite-Legionäre Richtung Rom in Marsch. Sie sollten die Verteidigungskraft der Stadt stärken, falls die Westgoten erneut die Hauptstadt des Imperiums einschließen sollten. Olympius fürchtete, dass es nicht lange dauern konnte, bis Alarich merkte, dass er wieder hingehalten wurde.

Marschierende römische Soldaten (Spielszene) Quelle: ZDF

Taktischer Fehler

Die römischen Soldaten brachen sofort auf. Doch statt die Operation unauffällig nachts durchzuführen, marschierten sie bei hellem Tag über offenes Gelände auf dem kürzesten Weg zur Hauptstadt. Prompt wurden sie von gotischen Spähern entdeckt. Augenblicklich zog Alarich starke Verbände zusammen. In einer Blitzaktion fingen die Goten die Römer ab und schlugen sie vernichtend. Von den 6.000 Legionären überlebten nur 100.

In der Folge gelang es Olympius zwar, den Goten an anderer Stelle Verluste zuzufügen, doch schließlich wurden die römischen Verbände von Alarichs Männern nach Ravenna zurückgetrieben. Bald darauf entließ ihn Kaiser Honorius aus seinen Diensten. Für den Herrscher war es eng geworden. Er hatte nicht nur die Goten am Hals, sondern auch noch mit dem selbsternannten Gegenkaiser Konstantin III. in Gallien zu tun.

Gefährliche Zwickmühle

Jovius, Berater von Honorius (Spielszene) Quelle: ZDF

Honorius' Armee war mit ihren 30.000 Mann dem etwa 40.000 Mann starken gotischen Heer schon zahlenmäßig unterlegen. Honorius konnte sie so weder gegen Alarich noch gegen Konstantin einsetzen. In dieser schier ausweglosen Situation berief er Jovius zu seinem Chefberater, einen früheren Vertrauten des hingerichteten Stilicho. Jovius kannte Alarich sehr gut aus der Zeit gemeinsamer Feldzüge und Verträge.



Inzwischen belagerten die Westgoten Rom zum zweiten Mal. Diesmal landete Alarich einen Coup, wie er auf der politischen Bühne der mächtigsten Stadt der Antike noch nicht gesehen wurde. Er nötigte den erwürdigen Senat von Rom, den Stadtpräfekten Attalus zum Gegenkaiser zu erheben. Und dieser musste sogleich Alarich einen lange gehegten Wunsch erfüllen: Er ernannte den Goten zum römischen Heermeister und dessen Schwager Athaulf zum Reitergeneral.

Genialer Gegenschlag

Das Überleben der römischen Stadtbevölkerung hing von Getreidelieferungen ab, die per Schiff aus Afrika kommen. Jovius riet Honorius, diesen Lebensstrang Roms zu kappen. Alarich erkannte die Falle. Doch sein Gegenkaiser Attalus wagte keinen Präventivschlag gegen eine mögliche Blockade. Selbst dem Gotenkönig gelang es nicht, Attalus dazu zu bewegen. Als dann Afrika tatsächlich nicht mehr lieferte, stellte sich der Erfolg der Maßnahme rasch ein.

Aufgebrachte Menschenmenge in Rom (Spielszene) Quelle: ZDF

Erneut zum Hungern verurteilt, lehnten sich die Römer gegen Attalus auf. Nun rächte sich seine Untätigkeit in Afrika. Er hatte einem Orakel geglaubt, das ihm das kampflose Zufallen der Kornkammern des Reiches prophezeit hatte. Und den Goten, die für ihn hätten kämpfen können, hatte er von Anfang an misstraut. Angesichts der kritischen Situation setzte Alarich den Kaiser von seinen Gnaden wieder ab. Nun sollte es endlich zu ernsthaften Gesprächen kommen.

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