Mächtige Konkurrenz aus Europa

Portugiesen und spanische Händler in Südostasien

In China übernimmt ein neuer Herrscher die Macht und befiehlt, den Übersee-Handel einzustellen. Dokumente berichten von der wachsenden Kritik an den kostenintensiven Reisen.

Als Admiral Zheng He 1433 stirbt, setzen sich die Hofbeamten durch. Für sie liegt Chinas Zukunft in der Landwirtschaft. Sie setzen auf die vielen Millionen Bauern, die unter der kaiserlichen Expansionspolitik Jahrzehnte lang gelitten haben.

Drohen mit der Todesstrafe




Chinas Kaufleute haben fortan einen schweren Stand. Wer ein Schiff belädt, um Waren nach Übersee zu verkaufen, muss mit der Todesstrafe rechnen. Segler mit mehr als einem Mast sind verboten. Das Reich der Mitte igelt sich ein. Doch in den landwirtschaftlich vernachlässigten Küstenregionen bleiben die Menschen auf Außenhandel angewiesen, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Schmuggler treten das Erbe Zheng Hes an.



1567 hebt Peking das Seehandelsverbot auf. Endlich dürfen die Kaufleute wieder ungehindert über die Meere segeln und ihre Waren in fernen Ländern absetzen. Doch in jener Zeit drängen bereits mächtige Konkurrenten aus Europa auf den Markt. An vorderster Front die Portugiesen, die in Südostasien zahlreiche Kontore eröffnen. Ihnen folgen spanische Händler. Mit ihren Galeonen stoßen sie bis in den Pazifik und schließlich ins Südchinesische Meer vor.

Neue spanische Kolonie

Die genaue Beschreibung der Route verdanken die Kapitäne Fernando de Magellan. Der Portugiese sollte im Auftrag des spanischen Königs eine Westpassage zu den Gewürzinseln finden. Im November 1520 entdeckt der Aristokrat an der Spitze Südamerikas die Durchfahrt zum Pazifik. Ein Jahr später erreicht er die San Lazaro-Inseln, die heutigen Philippinen.


Zentrum der neuen spanischen Kolonie ist das malerische Manila. Schon bald nach ihrer Ankunft bauen die fremden Herren die Stadt zur Festung aus. Eine notwendige Maßnahme gegen Angreifer. Überfälle auf die geschützte Bucht standen damals auf der Tagesordnung - sei es von anderen Seefahrernationen oder von Piraten. Denn dank seiner strategisch günstigen Lage war der Hafen als Stützpunkt auf dem Weg nach China heiß umkämpft.



Die ehrgeizigen Spanier konzentrieren sich ausschließlich auf den Handel mit chinesischen Kaufleuten. Von den Einheimischen haben sie keine lohnenden Exportgüter zu erwarten. Immerhin siedelten um 1600 auf den Philippinen etwa 15.000 Einwanderer aus dem Reich der Mitte. Die geschäftstüchtigen Exil-Bürger beziehen ihre Ware aus der alten Heimat: Porzellan und vor allem Seide. Zwar bieten längst auch weitere Länder den edlen Stoff auf dem Markt an, doch die Qualität aus der Hand chinesischer Spezialisten gilt unter Kennern als unübertroffen.

Attraktiver Tausch

Für das Luxusprodukt können die Hersteller fast jeden Preis fordern. Doch hartnäckiges Feilschen gehörte schon immer zu einem erfolgreichen Verkaufsabschluss. Die teure Seide bezahlen die Spanier mit Silber. Ein attraktiver Tausch für die Kaiser der Ming-Dynastie, die den Rohstoff in rauen Mengen benötigen. Für die Europäer ein günstiges Geschäft, denn das Edelmetall ist Beutegut, das sie aus den Minen ihrer Kolonien in Mittelamerika beziehen.


Von dort schaffen die Besatzer das Silber auf der Pazifik-Route in ihre Hochburg Manila. Mit Porzellan und Seide aus China segeln die stolzen Galeonen wieder nach Mexiko. Pro Strecke legen sie 8000 Seemeilen zurück.

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