Männer mit Macht: Maja, Eje und Haremhab

Empfang im Palast von Theben

Nach Tutenchamuns Ankunft empfängt der Herrscher im Palast die drei wichtigsten Beamten im Staat. Den obersten Schatzmeister Maja, Haremhab, den Befehlshaber der Armee und Eje, als Wesir der zweitmächtigste Mann Ägyptens.

Jeder von ihnen steht in engem Kontakt mit dem Pharao. So lautet die Aufgabe von Haremhab, dem Regenten in militärischen Belangen zur Seite zu stehen.

Majas Lebensaufgabe

Die gewaltigen Bauvorhaben im gesamten Reich überwacht der Finanzminister. Sie verschlingen einen Großteil der Staatskasse, die Maja strengstens hütet. Seine Lebensaufgabe ist die Errichtung des Grabmals für den Pharao. Gleich nach der Thronbesteigung beginnt das Großprojekt. Von der ersten Planungsskizze bis zum letzten Pinselstrich - beinahe täglich sitzt Maja dem Herrscher zu Füßen, um von den Fortschritten zu berichten.

Die Erziehung und Ausbildung von Tutenchamun übernimmt Eje persönlich. Vor allem in Religionsfragen erweist er sich als strenger Lehrmeister. Schon in jungen Jahren diente er dem Amunkult. Unter Echnaton stieg er zum Wesir auf. Die unterschiedlichen Strömungen im Land überstand er stets unbeschadet. Der schlaue Politiker ist fast ein Ersatzvater, das Vermächtnis des leiblichen Vaters hingegen will der Priester vernichten.

Ende einer Ära

Erste Maßnahme: ein anderer Name für den König. Echnaton taufte seinen Sohn Tutenchaton, zu Ehren von Aton. Daraus entsteht Tutenchamun. Außerdem zwingt Eje den Pharao, dem Ein-Gott-Glauben öffentlich abzuschwören. Inschriften auf einer Stele brandmarken den einstigen Throninhaber als Ketzer, der sein Volk ins Verderben stürzte. Mit seiner Königskartusche auf dem steinernen Dokument setzt Tutenchamun die althergebrachte Staatsreligion offiziell wieder in Kraft. Das Ende einer bewegten Ära.

Wer gab dem Pharao die Worte ein, die Echnatons Taten verdammten? War es Haremhab? Der Oberbefehlshaber ist ein Mann mit enormer Macht. Ein kluger Stratege, der alles daransetzt, um den inneren Frieden zu festigen. Nur eine geeinte Nation, so seine Überzeugung, kann Feinde von außen erfolgreich abwehren. Auch Eje kommt in Frage. Als überzeugter Diener des Amun wollte er das Ansehen der Priester stärken und sie wieder in die alten Ämter einsetzen. Ein Strippenzieher, der schon seit jeher die vorherrschenden politischen Gegebenheiten zu seinen Gunsten nutzte.

Propaganda-Kampagne

Das Pharaonenpaar als Verkörperung von Amun und seiner Gemahlin Mut legt dies zumindest nahe. Die überlebensgroße Doppelstatue in Luxor ist für die Fahnder Cooper und King ein gewichtiger Beweis: Tutenchamun und Anchesenamun sind Werkzeuge einer großen Propaganda-Kampagne. Bereits im zweiten Regierungsjahr stellt Tutenchamun die Ordnung wieder her - zum Wohle des Landes. Warum aber wird er dann umgebracht?

Die Antwort liefert möglicherweise eine religiöse Zeremonie - das uralte Opet-Fest, unter Echnaton verboten. Sein Sohn führt es wieder ein. Einmal im Jahr nimmt er höchstpersönlich an der Feier zu Ehren des Schöpfergottes Amun teil. Der Höhepunkt findet hinter verschlossenen Türen statt. In einer festgeschriebenen heiligen Handlung bestätigen die Priester den Pharao als irdischen Vertreter der himmlischen Mächte. Die Fahnder nehmen an, die Rituale veränderten Tutenchamun. Allmählich erkannte er die Einzigartigkeit seiner gottgleichen Stellung.

Motiv, Gelegenheit, Mittel

Stimmt die These, dass der Junge ein neues Bewusstsein für seine Rolle im Staat entwickelte, dann hatte das Opet-Fest für die Berater am Hofe unerwartete Folgen. Denn das wachsende Selbstvertrauen des Pharao bedroht gleichzeitig die Drahtzieher hinter dem Thron. Sie fürchten, dass Tutenchamun ihre Pläne durchkreuzt, sie vielleicht sogar ihrer Ämter enthebt. Einer von ihnen muss handeln. Der Kreis der Verdächtigen konzentriert sich auf wenige Personen im nahen Umfeld. Die Fahnder suchen nach Motiv, Gelegenheit und Mittel.

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