Magische Bergwelten

Heimat der "Dschinnen"

Eine alte türkische Festung erhebt sich an der Grenze zwischen Libyen und Algerien. In Ghat haben sich viele Tuareg-Händler niedergelassen, die gegen Bezahlung für die Sicherheit der Barth-Expedition sorgen sollten.

Der Berg Idinen ist eine unnahbar erscheinende "Geisterburg". Gegen den Rat seiner Gefährten bricht Barth zu einem Alleingang auf. Das sagenumwobene Bergmassiv zieht ihn magisch an.

Barth verliert die Orientierung

Die Wüstenbewohner glauben, dass auf seinem Gipfel die "Dschinnen" wohnen, die alle Sinne verwirrenden Geister der Wüste, die dem einsamen Wanderer auflauern und ihn in den sicheren Tod führen. Während die Sonne und die Temperatur höher steigen, bahnt sich eine Katastrophe an. Barth verliert die Orientierung. Tagebuchnotizen beschreiben eindringlich, wie der nüchterne Forscher die Kontrolle über das Geschehen verliert und in Panik verfällt. Erst in letzter Minute wird Barth gerettet: "Hamdullillah - Gott sei gedankt!" - notiert er erleichtert.

Die Expedition zieht weiter nach Südwesten in ein Gebiet, das wohl noch nie ein Europäer betreten hat. In den Felsen gemeißelt sind Inschriften in "Tifinar", der uralten Schrift der Tuareg. Barth ist der erste Forscher, der diese Zeugnisse einer zuvor rätselhaften Kultur dokumentiert. Die bizarren Felsformationen entstanden, als die gewaltigen Wassermassen der Urströme sich in die Sandsteinplateaus fraßen. "Es war die großartigste Ansicht einer wild zerrissenen Natur." notiert Barth fasziniert. Heute ist die Trockenheit so groß, dass nur noch Flugsand durch die alten Wasserrinnen stürzt.

Alltag der Steinzeitmenschen

Die Höhle Uan Amil in den Akakus-Bergen ermöglicht einen faszinierenden Einblick in das Alltagsleben der Steinzeitmenschen vor über 6000 Jahren. Die Sahara, davon sind Forscher heute überzeugt, war ein Zentrum jener Umwälzung der menschlichen Lebensbedingungen, die man "neolithische Revolution" nennt. Als in Öfen Keramik gebrannt und mit dem Pfeilbogen gejagt, als die Erde den Menschen Untertan wurde. Die Bilder zeigen auch Hirten, die verblüffend einem Nomadenvolk gleichen, das noch heute am Südrand der Sahara lebt.

Überleben können in dieser Umgebung nur die Tuareg. Sie selbst nennen sich "Imoschar - die Freien". Sie sprechen "Tamashek", eine Berbersprache, und bilden eine zerstrittene Gesellschaft, beherrscht von wenigen Adelsfamilien. In der Mitte des 19. Jahrhunderts war die kriegerische Tradition der Tuareg noch ungebrochen. Ihre Überfälle auf einsame Karawanen nannten sie "rezzou" - daher stammt das auch im Deutschen gebräuchliche Wort "Razzia". Die Tuareg raubten Karawanen aus, erpressten Wegzoll und überfielen friedliche Oasen.

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