Magische Plattform

Ruinen im Dschungel

Am Ostabhang der Kordilliere beginnt der subtropische Regenwald. Die steilen Berghänge sind übersät mit Terrassenbauten. Relikte der bewundernswerten Landwirtschaft der Inka, in deren Reich kein Hunger geherrscht haben soll.

Das tief eingeschnittene Tal muss einmal dicht besiedelt gewesen sein. Hunderte Ruinen sind am Wegesrand verstreut. Zu viele, um sie alle zu erforschen.

Intakte Grabtürme

Auffällig sind eine Reihe intakter Grabtürme. Ihre Öffnungen sind nach Osten, zur Sonne hin gerichtet. Einige zeigen die Bauweise der Inka. Die Grundstruktur ist jedoch häufig aus der Vor-Inka-Zeit. Die "Chullpas" genannten Totenhäuser sind leer. Ausgeräumt von Grabräubern.


In den steilen Berghang geschnitten, verläuft oberhalb des Flusslaufes immer wieder ein Stück der alten Inkastrasse.



Mit dem System der Staffettenläufer konnte eine Meldung oder sogar frischer Fisch für den Herrscher innerhalb von zwei Tagen 400 Kilometer weit transportiert werden. Jeder chasqui war durch das Muster seines Stirnbandes identifizierbar. An Zwischenstationen, Tambos genannt, wurde er von einem neuen Läufer abgelöst.

Auf der Suche nach Ruinen von denen Eingeborene berichtet haben, stoßen die Forscher auf eine 500 Jahre alte Treppe der Inka.

Magischer Ort

Stanish entdeckt eine von Moos bedeckte Mauer, versteckt im Dickicht des Hochlanddschungels. Gehört sie zu einer größeren Anlage? Oder ist es nur das Fundament einer Terasse? Man muss nur den Mauern und dem alten Inkaweg folgen. Die Forschercrew erreicht eine Bergplattform hoch über schwindelerregenden Schluchten. Ein magischer Ort, eingehüllt in dichtem Nebel. Die schmale Plattform erlaubt die Kontrolle über zwei Täler. War diese Anlage früher eine Festung, ein Ritualort oder beides zugleich?

Die Dicke der Mauerreste lässt auf große Räume schließen. Dies könnte ein Warenlager gewesen sein. Der Ort liegt strategisch günstig, um von hier die Ressourcen des tropischen Regenwaldes auszubeuten. Die Positionsbestimmung von Mauern und Fluchtlinien kann viel über die Bedeutung der Bauelemente mitteilen. Bei Ritualorten ist fast immer eine Ausrichtung nach den Himmelskörpern gegeben. Die Räume sind zu groß für Wohnräume. Hier muss vor 500 Jahren wohl mehr als eine bloße Festung gelegen haben. Nicht nur die militärische Eroberung war den Inka wichtig. Sie integrierten andere Völker in die Inka-Kosmologie. Auch durch die Einführung des Sonnenkultes machten sie sich die Stämme untertan.

Heiliges Coca

Beim Sonnenritual am Titicacasee wurde Inti, der Sonnengott angerufen. Ihm wurden Cocablätter geopfert. Coca war für die Inka ein heiliges Gewächs, eine Brücke zwischen Mensch und Gott. Noch heute ist Coca in den Anden eine wichtige Medizinal- und Ritualpflanze. Auch Chicha - Maisbier wird geopfert und kleine Devotionalfiguren aus Gold und Silber. Ein Puma ist immer unter ihnen, für die Inka ein heiliges Tier.

Die Legende erzählt, dass Viracocha, der Schöpfer alles Existierenden, aus dem See stieg und seine Kinder beauftragte, das Reich der vier Regionen, tawantinsuyu zu schaffen. In einem Tal im Norden steckten sie einen goldenen Stab in den Boden und gründeten die Stadt Cusco.

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