Mailänder Jahre

Unter dem Schutz von Ludovico Sforza zeigt Leonardo neue Talente

Im Frühjahr 1482 ist der 30-jährige Leonardo da Vinci auf dem Weg nach Mailand zu seinem neuen Auftraggeber Ludovico Sforza . Es sind 250 Kilometer durch Kriegsgebiet. Italien wird in diesen Jahren von den Kämpfen der vielen Stadtstaaten um die Vormacht zerrissen. Nur die mächtigsten Fürsten können sich im Krieg behaupten. Leonardo will davon profitieren.

Leonardo da Vinci am Mailänder Hof (Spielszene)
Leonardo da Vinci am Mailänder Hof (Spielszene) Quelle: ZDF

Ludovico Sforza ist unumschränkter Herrscher des Stadtstaats Mailand und einer der gefährlichsten Männer Italiens. Leonardo, der vielbegabte Künstler, hat sich ihm als Ingenieur angeboten - eine neue Seite seines Genies. Er legt dem ruchlosen Machtmenschen detaillierte Pläne vor. Er habe neuartige Waffensysteme für den Krieg konstruiert, Katapulte jeder Art, sagt Leonardo. Er wolle für den Fürsten Himmel und Erde in Bewegung zu setzen, sagt er, um seine Feinde zu vernichten.

"Geniale Geschosse"

Ludovico Sforza und seine Berater scheinen interessiert. Bringt dieser Mann den technologischen Vorteil, der sie in ihren vielen Gefechten voranbringen wird? Leonardo beschreibt ihnen in aller Ausführlichkeit, wie er eiserne Kugeln über den feindlichen Reihen explodieren lassen will, ein tödlicher Hagel aus unzähligen Geschossen, gezeichnet von einem Genie.

Am Mailänder Hof wird Leonardo mit seinen Schreckensvisionen freundlich aufgenommen. Die Gnade des Fürsten, Geld und Schutz hat er damit gewonnen. Jetzt ist er endgültig ein Star. So kann er ungestört seinen Ideen nachhängen. Schon lange träumt er davon, Fliegen zu können wie ein Vogel. Er habe auf dem Markt gefangene Vögel gekauft, nur um sie freizulassen, berichten die Zeitgenossen.

Der Traum vom Fliegen

Monatelang muss er den Flug der Vögel beobachtet haben - fasziniert wie in Kindertagen. Immer wieder notiert er seine Beobachtungen auf vielen hundert Seiten. Er glaubt, mit Hilfe einer Maschine könne der Mensch den Himmel erobern. Diese Maschine will er konstruieren. Noch kurz vor seinem Tod wird er am französischen Königshof den Besuchern davon berichten. Für sie sind es wohl nur die Phantasien eines kindischen alten Mannes. Aber er widmet sich all seinen kühnen Plänen mit der größten Sorgfalt. Er scheint fest an sich und sein Genie zu glauben.

Konstruktionsplan Flugmaschine
Konstruktionsplan Flugmaschine Quelle: ZDF

Unter Leonardos Mitarbeitern ist ein Mechaniker, der jahrelang an den Teilen für die Flugmaschinen seines Meisters arbeitet. Immer wieder baut und erprobt er Flügel, unter den kritischen Augen seines Meisters. Leonardo will Gelenke aus starkem Leder und Seile aus zäher Rohseide. Alle Argumente, seine Entwürfe seien nicht zu realisieren, weist der er zurück. Immer neue Modelle der Flugmaschine entstehen. Dem Mechaniker scheint es, als wolle der Mann aus Vinci nicht begreifen, dass sie nicht zu realisieren ist. Zu groß seien die wirkenden Kräfte, zu schwer sei die Konstruktion. Leonardos Flugmaschine wird nie den Boden verlassen.

Lebende Legende

Die Fürsten Italiens führen einen steten Kampf um Vorherrschaft. Auf ihren Festen inszenieren sie Pracht und Schönheit als Beweis ihrer Macht. Leonardo singt dabei zur Laute, trägt Gedichte und Scherze vor. An den Fürstenhöfen wird er hoch geschätzt. Sein Ruf verbreitet sich in ganz Europa. Alle Welt spricht von seinem einzigartigen Genie, von seinen vielen Begabungen, von den Erfindungen, die er gemacht hat. Leonardo da Vinci wird zur lebenden Legende.

Konstruktionspläne von da Vincis Roboter
Konstruktionspläne von da Vincis Roboter Quelle: ZDF

Auf der Reise von Giuliano de' Medici zu seiner zukünftigen Gemahlin Philiberte von Savoyen nimmt der Italiener eine von Leonardos Erfindungen mit nach Frankreich. Bei einem Umzug zu Ehren des neuen Königs Franz I. wird ein von Leonardo entworfener roboterartiger "mechanischer Löwe" zur Hauptattraktion. Er wird zum Symbol für die politische Freundschaft zwischen den Medici und Franz I.

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