McClintocks verwegener Plan

Trumpfkarte gegen den übermächtigen Norden

Der amerikanische Bürgerkrieg beginnt im April 1861 in der Bucht von Charleston. Fort Sumter ist von den Nord-Truppen besetzt. Der Süden startet den Gegenangriff. Der Präsident der Konföderation der Südstaaten, Jefferson Davies, will die Unabhängigkeit des ländlichen Süden vom industrialisierten Norden.

Abraham Lincoln, der Präsident der Union, und seine Generäle entwickeln einen raffinierten Plan, um den Süden in die Knie zu zwingen. Sie wollen den Feind mit einer Seeblockade vom Nachschub abschneiden, den Süden in den Würgegriff nehmen. "Anaconda Strategie" nennen sie ihren Plan. Verzweifelt versucht der unterlegene Süden siech aus der Umklammerung zu befreien, und entwickelt eine vollkommen neuartige Waffe.

Der drohenden Gefahr bewusst



In New Orleans ist 1861 der Krieg noch weit entfernt. Fast jeder glaubt an einen schnellen Sieg des Südens. Doch ein Mann ist sich schon früh der drohenden Gefahr einer Seeblockade bewusst. Sein Name: Horace Hunley. In ärmlichen Verhältnissen in Tennessee aufgewachsen, hat er mit 37 Jahren eine steile Karriere hinter sich: höchster Zollbeamter von New Orleans, erfolgreicher Anwalt und vermögender Plantagenbesitzer.

Berühmte Vorbilder

Als Hunley die Nachricht vom Ausbruch des Krieges erreicht, ist ihm eines klar: gelingt den Nordstaaten die Blockade, verlieren die Südstaaten den selbständigen Handel mit Europa. Dann sind sie von Einkünften und kriegswichtigem Nachschub abgeschnitten. Eine bedrohliche Situation. Der Krieg wird zwar zu Lande gefochten, aber auf See entschieden. Doch der Süden verfügt über keine Flotte, um den Blockadegürtel zu sprengen. Hunley sucht fieberhaft nach einer Lösung.


Eines Tages trifft Hunley auf einen patriotischen Ingenieurs namens James McClintock. Dieser hat sofort bei Kriegsausbruch Maschinen zur Herstellung von Patronen entwickelt. Doch jetzt verfolgt McClintock einen neuen, einen verwegenen Plan, er sucht nur noch einen Geldgeber. Hunley hört aufmerksam zu und ist begeistert. McClintock hat berühmte Vorbilder: schon der antike Feldherr Alexander der Große sei in einer gläsernen Kugel in die Unterwasserwelt vorgestoßen. Dort liegt für den Ingenieur die Lösung zur Befreiung des Südens. Er will ein Unterseeboot bauen.



Bereits im 16. Jahrhundert hatte das italienische Genie Leonardo da Vinci zumindest auf dem Papier einen ersten Tauchanzug konstruiert. Im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg Mitte des 18. Jahrhunderts versuchte ein Erfinder mit einem kugelförmigen U-Boot, englische Schiffe zu versenken. Es wurde mit Händen und Beinen gesteuert war aber kaum zu manövrieren. Auch ein Bayer namens Wilhelm Bauer entwickelte Mitte des 19. Jahrhunderts ein U-Boot. Er taufte es Brandtaucher, doch es sank bereits bei den ersten Probeläufen.

Übermächtige Unionsflotte

Hunley und McClintock lassen sich von den frühen Fehlschlägen nicht abschrecken. Sie entwerfen einen eigenen Plan. Hunley investiert sein ganzes Vermögen. Er ist sicher, mit diesem Boot halten sie eine Trumpfkarte im Kampf gegen die übermächtige Unionsflotte in der Hand.

Pläne in Flammen

Vor der Küste tobt die Schlacht zweier eiserner Giganten. Mit einem neuartigen Panzerschiff versucht der Süden, die Unionsblockade zu brechen. Doch die Marine der Nordstaaten hat auch ein Panzerschiff vom Stapel gelassen. Mehrere Stunden dauert das Gefecht. Unzählige Kugeln feuern die Schiffe aufeinander ab. Aber kein Schuss kann die dicke Armierung durchbrechen. Während der Süden aufgrund der fehlenden Industrie keine weiteren Panzerschiffe bauen kann, legt der Norden ein Boot nach dem anderen auf Kiel.


Ein Flottengeschwader der Union rückt auf New Orleans vor. Die Stadt steht kurz vor der Kapitulation. Da entschließen sich Hunley und McClintock zur Flucht, verbrennen alle Unterlagen, die Aufschluss über ihr geheimes Projekt geben könnten. Auch sämtliche Pläne ihres Unterseeboots. Nichts soll den Feinden in die Hände fallen. Die Arbeit eines halben Jahres geht in den Flammen auf. Doch ans Aufgeben denken die beiden nicht.

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