Meer aus Sand

Wie der Wind Dünen auftürmt und zerstört

Auf den Gipfel einer hohen Düne zu klettern, ist anstrengend: Mit jedem Schritt rutscht der Sand unter den Füßen weg, seine Hitze verbrennt die Haut, und der steile Anstieg zehrt an den Kräften. Aber auf dem Gipfel wird man entschädigt - mit einem atemberaubenden Blick auf ein Meer aus Sand.

Eine Düne Quelle: Bucher Verlag

Laues Lüftchen trägt keinen Sand

Sanddünen können viele verschiedene Formen haben - je nach Art des Sands, aus dem sie bestehen, und den Windmustern, die sie geformt haben. Weht der Wind konstant und ist Sand im Überfluss vorhanden, können phantastisch lange Dünen im rechten Winkel zur Windrichtung entstehen. In Mauretanien ist eine Düne mehr als 100 Kilometer lang. Es bedarf einer Windgeschwindigkeit von mehr als 15 Stundenkilometern, um den Sand in Bewegung zu setzen, und wenn die Geschwindigkeit geringer wird, wirft der Wind seine Luftfracht ab. Die einfachsten Dünen bilden sich im Windschatten eines Steins, eines Strauchs oder eines Hügels, wo die Luft durch das Hindernis gebremst wurde. Wind bewegt sich schnell über flachen oder steinigen Boden, wird aber, wenn er über Sand hinwegfliegt, durch die Reibung langsamer - und so zieht Sand mehr Sand an, um sich dann zu Dünen anzuhäufen. Ihre Kronen fangen den Wind ab und ziehen noch mehr Sand an, der sich auf der windabgewandten Seite niederlässt.

Aber der Wind weht ihn auch wieder weg. Feine Körner werden in die Luft gefegt, schwerere Partikel bewegen sich jedoch sprunghaft vorwärts, sie steigen und fallen wiederholt in einem Prozess, den man Saltation nennt. Auf der dem Wind zugewandeten Seite einer Sanddüne klettern die hüpfenden Sandkörner, angetrieben von der Luft, allmählich aufwärts. Ist der Wind stark genug, häuft sich der Sand zu einem immer steileren Berg an, bis dieser unter seinem Gewicht zusammenbricht. Der abrutschende Sand kommt zum Stillstand, wenn er den idealen Schüttungswinkel, den sogenannten Böschungswinkel, erreicht hat, und die Düne stabil bleibt. Bei Wüstensand beträgt dieser Winkel 30 bis 34 Grad.

Die Geburt einer Düne

Wenn eine Düne über ihre Nachbarn hinauswächst, ist die Kuppe stärkerem Wind ausgesetzt, und der Sand wird weggeweht, nur um sich hinter der Düne wieder abzusetzen. Bald fegt der Wind dieses lose Material wieder zu einer neuen Düne zusammen.

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