Megadorf Basta

Tribut an die Zivilisation

Etwa zeitgleich mit Ba'ja wuchs 25 Kilometer entfernt Basta heran - eine andere prähistorische Niederlassung. Der Ort war damals im Vergleich zu den umliegenden Dörfern bereits eine imposante Steinzeitmetropole.

Während die Urmenschen auf dem europäischen Kontinent noch halbnackt durch die Landschaft stromerten, erweiterten die Stämme im östlichen Mittelmeerraum ihre Siedlungen kontinuierlich. Megadörfer kamen auf. In nur wenigen Jahrzehnten wuchs die bebaute Fläche um das Siebenfache. Basta zählte bald mehr als 2000 Köpfe.

Einlagerung von Lebensmitteln

Die Fortschritte auf dem Agrarsektor erlaubten die Einlagerung von Lebensmitteln in großem Stil. In guten Jahren musste niemand mehr hungern. Die Herstellung von Haushaltswaren aus Ton steckte noch in der Experimentierphase. Versuche mit einer Mischung aus Lehm, Kalk und Mergel brachten immerhin brauchbare Erfolge. Das älteste Gefäß der Welt haben Archäologen in Basta aus dem Schutt geborgen. Ein Produkt aus vorkeramischer Zeit. Die Kunst, Keramik zu brennen, lernten die Steinzeitler erst um 6500 vor Christus.

Die berühmten Statuen aus Ain Ghazal sind aus Lehm und Kalk modelliert: Boomtown aus dem Neolithikum nahe der heutigen Stadt Amman. Die ausdrucksstarken Figuren sind stumme Zeugen eines einzigartigen Ahnenkultes vor fast 10.000 Jahren. Die Skulpturen wurden in einem eigenen Grab beigesetzt - so als wäre ein naher Verwandter verstorben. Nach Ansicht einiger Forscher stellten die Angehörigen die Plastiken zunächst in ihrem Haus auf. Erst später beerdigten sie die Objekte nach einem festgelegten Ritual. Die Bestattungspraktiken in der frühen Jungsteinzeit sind nicht immer einheitlich. Auch nicht in Basta. Nur ausgewählte Personen erhielten eine aufwendige Beisetzung.

Brutstätte für Krankheiten

Die Ausgräbertrupps holten aus den Mauern etwa 60 Skelette und zahlreiche Fragmente. Einige davon lagen in katakombenartigen Gängen direkt unter den Häusern. Die sterblichen Überreste liefern wertvolle Informationen über die Lebensweise der Urzeitbewohner. In der Anatomie der Universität Göttingen untersuchen Paläopathologen die Knochen von Basta. Das Resümée klingt ernüchternd. Die Sesshaftigkeit brachte nicht nur Vorteile. Denn das Dorf als Ballungszentrum war eine Brutstätte für Infektionskrankheiten.

Damals begruben die Hinterbliebenen ihre Toten nicht außerhalb der Siedlung. Vielmehr wollten sie ihre Ahnen in unmittelbarer Nähe wissen. Deshalb betteten die Menschen den Leichnam in den Fußboden unter den Schlafplätzen.

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