Militärische Statussymbole

Schwimmende Panzer mit überlegener Schlagkraft

In den Docks der Hafenstadt Kure bauen Fachleute heute die modernsten Containerschiffe der Welt. Am gleichen Ort entwickelte Japans Elite vor siebzig Jahren eine Superwaffe für den Zweiten Weltkrieg. Das größte und stärkste Schlachtschiff aller Zeiten.

Schlachtschiff Yamato
Schlachtschiff Yamato Quelle: ZDF

Der Gigant ist mit einem ausgetüftelten Flugabwehrsystem und schweren Geschützen ausgerüstet. Die "Yamato" ist das neue Flaggschiff für den kaiserlichen Flottenverband. Unter strikter Geheimhaltung konstruiert von den besten Ingenieuren des Landes.

Aushängeschild einer Weltmacht

Als der hoch gerüstete Koloss im April 1945 zur Operation "Ten-Ichi-Go" ausläuft, wissen die Militärs, dass die "Yamato" nicht zurück kehren wird: sie erhält nur Treibstoff für die Fahrt zum Treffpunkt mit der US-Flotte. Ihr Untergang nur wenige Tage später ist für das Reich der aufgehenden Sonne ein nationaler Schock. Bis dahin zählten Schlachtschiffe zu den wichtigsten militärischen Statussymbolen - sozusagen als Aushängeschild einer Weltmacht.

US-Kriegsflotte
US-Kriegsflotte

Der strategische Wert der schwimmenden Panzer stieg mit der Reichweite ihrer Kanonen. Aus großer Distanz zu treffen, bevor der Gegner das Feuer erwidern konnte, machte ein Kriegsschiff praktisch unverwundbar.

Bereits 1904 können die Kanonen der amerikanischen Atlantikflotte Ziele in zwölf Kilometer Entfernung treffen. Eine überlegene Schlagkraft, die Maßstäbe setzt. Schnell erkennt auch Japans Marine die strategischen Vorteile der neu entwickelten Distanzwaffen. 1905 bringt ihr Geschwader den Russen in der Seeschlacht von Tsushima eine empfindliche Niederlage bei: An nur einem einzigen Tag versenkt sie neunzehn Schiffe des Gegners.

Verärgerte Japaner


Die Mitgliedschaft jedoch fordert einen hohen Preis. 1922 unterzeichnen die westlichen Staaten ein Abkommen, die Größe ihrer Flotten zu begrenzen. Als jüngstes Mitglied muss Japan wohl oder übel mitziehen. Die Japaner sind verärgert, weil England und Amerika jeweils 15 Schlachtschiffen zugestanden werden, ihnen jedoch nur neun.

Japanische Delegation nach Konferenz
Japanische Delegation nach Konferenz


Die Japaner wollen im Rüstungswettstreit nicht abgehängt werden. Mit der kleinen Flotte können sie es weder mit den Amerikanern noch mit den Briten aufnehmen. Die einzige Chance ist, ein einzigartiges Schiff zu konstruieren, das allen anderen weit überlegen ist. Das darf nur niemand wissen.

Hochsicherheitstrakt

Unter beispielloser Geheimhaltung beginnt 1937 im Hafen von Kure der Bau des größten und stärksten Schlachtschiffes aller Zeiten. Um neugierige Blicke fernzuhalten, wird die Werftanlage über eine Länge von anderthalb Kilometern mit Fischernetzen zugehängt. Das weitläufige Dock gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Außer dem Kaiser erhalten nur wenige Personen Einsicht in den vollständigen Bauplan. Selbst die Konstrukteure kennen nur Teilabschnitte.

Die "Yamato" ist der Namensgeber für vier so genannte Superschlachtschiffe. Ein ehrgeiziges Programm ohne Zukunft. Die "Yamato" ist 263 Meter lang und fast 39 Meter breit und mit 72.000 Tonnen Verdrängung deutlich größer als die US-amerikanischen Pendants der Iowa-Klasse. Jeder ihrer drei Geschütztürme wiegt mehr als ein kompletter amerikanischer Zerstörer. Die Hauptkanonen feuern Geschosse über eine Distanz von 44 Kilometern. Da ein Ziel in so großer Entfernung nicht in Sichtweite liegt, ermitteln Aufklärungsflugzeuge die Koordinaten für den Angriff.

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