Mission Goa

Mit kostbarer Fracht nach Indien

Am 18. März 1622 verlässt die Sao José, das Flaggschiff einer portugiesischen Flotte, den Hafen von Lissabon. Der Aufbruch geschieht überstürzt. Keiner der Männer ahnt, dass viele von ihnen die Heimat nie wieder sehen werden.

Francisco da Gama Quelle: ZDF

Die Portugiesen kennen die tosenden Wasser im Südatlantik. Routiniert nehmen sie Kurs auf das trotz seines Namens berüchtigte Kap der Guten Hoffnung.

Mann mit großem Namen

Zur Flotte gehören auch die Sao Carlos und die Santa Teresa. An Bord der Sao Carlos befindet sich Francisco da Gama, ein Mann mit großem Namen: Urenkel jenes berühmten Vasco da Gama, der den Seeweg nach Indien eroberte. Sein Ziel ist Goa, an der Westküste Indiens. Verwaltungssitz der Portugiesen in Übersee. Eine blühende Metropole mit mehr als 160.000 Einwohnern.



Vom westlichsten Punkt Europas erstreckt sich ein riesiges Imperium bis in den märchenhaften Orient und weit darüber hinaus. Vasco da Gamas bahn brechende Reise im Jahr 1498 hatte neue Meere, neue Welten aufgetan. Das portugiesische Seefahrervolk hat sich ihrer bemächtigt und in wenigen Jahrzehnten ein florierendes Handelsnetz errichtet. Der Weg zu den Gewürzen führte Richtung Sonnenaufgang - gen Osten.

Mission unter schlechtem Stern

Für die Portugiesen ist Indien Synonym ihres Weltreiches. Solche geographischen Dimensionen der Superlative kann ein König allein nicht regieren. Mächtige Gouverneure, Vize-Könige, herrschen über den so genannten "Estado da India". Dieses Amt wird Francisco da Gama zum zweiten Mal antreten - eine seltene Ehre. Doch da Gamas Mission steht unter einem schlechten Stern: Weit abgeschlagen hängt die Sao José der Flotte hinterher. Seit Wochen lähmen Krankheiten das Leben an Bord. Nur mit Mühe hält der Rest der Mannschaft das Schiff auf Kurs. Denn sowohl der Steuermann als auch Kapitän Mascarenhas liegen im Fieberdelirium.

Das Heck der Sao José birgt eine kostbare Fracht: Neben dem Besitz von privaten Kaufleuten lagern hier neun Kisten mit je 2000 Silbernmünzen. 18.000 Stück. Philip IV. hat sie da Gama persönlich anvertraut: Ein Jahr lang soll das Geld dessen Administration bezahlen. Im Jahr 1622 hat Portugal den Zenit seiner Macht überschritten. Sein letzter Monarch starb 1580 und hinterließ keinen Thronfolger. Erzrivale Spanien annektierte das Land. König Philip IV. führte wie seine Vorgänger Krieg gegen Holland und England.

Stützpunkt in Gefahr

Die Zeit, in der die Sao José unterwegs ist. Der portugiesische Stützpunkt Hormuz ist in Gefahr. Wer den Eingang zum persischen Golf besitzt, kontrolliert eine wichtige Handelsroute: Vom Golf über den Landweg zum Mittelmeer.



Anfang 1622 wollen Perser mit englischer Hilfe den Posten zurück erobern. Britannien hofft, so das Monopol der Portugiesen zu brechen. Die Kunde über die Entwicklung dringt nach Lissabon: Portugals Vormachtstellung in der Golfregion steht auf dem Spiel. Früher als geplant muss der designierte Vize-König Francisco da Gama mit der Sao José Flotte aufbrechen, um in der Krisenregion präsent zu sein.

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