Mission X: Alfred Nobel - Der Lohn des Schreckens

Brisantes Nitroglyzerin - Nobels Bekanntschaft mit der gefährlichen Flüssigkeit

Alfred Nobel

Dokumentation | Terra X - Mission X: Alfred Nobel - Der Lohn des Schreckens

Alfred Nobel ist der Vater des Dynamits. Seine Erfindung markiert den Wendepunkt in der Weltgeschichte von Sprengstoffen, die bis heute für zivile und militärische Zwecke genutzt werden.

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Alfred Nobel ist im Alter von 16 Jahren bereits ein ausgebildeter Chemiker. Eine von Vater Immanuel Nobel finanzierte Studienreise führt ihn nach Paris. Mitte des 19. Jahrhunderts gilt Paris als das Zentrum der Naturwissenschaften, vor allem der Chemie.

In Paris angekommen, darf Nobel im Labor des berühmten Professors Théophile Jules Pelouze arbeiten. Auch der Italiener Ascanio Sobrero arbeitet in Pelouze' Labor. Er hat durch Zufall einen neuen Stoff erfunden, den er seinem jungen schwedischen Kollegen Nobel zeigen will. Nitroglyzerin nennt Sobrero seine Erfindung. Eine äußerst gefährliche Flüssigkeit, die leicht explodiert und ihn bereits im Gesicht verletzt hat. Sobrero hat es noch nicht geschafft, sein Nitroglyzerin zu kontrollieren. Nur wenige Tropfen reichen, um eine starke Explosion auszulösen. Doch Nobel ist fasziniert und verfolgt gespannt die Experimente. Nobel will den rätselhaften Stoff unbedingt erforschen.

Doch dann erhält er eine dringende Nachricht von seinem Vater, der in St. Petersburg eine Waffenfabrik besitzt: Der Zar will seine Truppen mobilisieren. Es droht ein Konflikt mit der Türkei. Einige Generäle warnen vor einem Krieg, in den auch England und Frankreich eingreifen könnten. Doch der Zar glaubt sich überlegen und will modernste Waffensysteme einsetzen.

Rückkehr nach St. Petersburg

Immanuel Nobel, Alfreds Vater, gibt wie der Zar nichts auf die Warnungen der Generäle. Er glaubt fest an einen russischen Sieg dank der Waffen, die in seinen riesigen Fabrikhallen hergestellt werden. Er braucht jede helfende Hand und ruft seinen Sohn aus Paris zu sich nach St. Petersburg. Alfred leitet Teile der Produktion und vergisst erst einmal das Nitroglyzerin. Rund um die Uhr werden Munition und Waffen für die russische Armee hergestellt.


Drei Jahre wütet der Krieg. Es zeigt sich, dass der Zar auf die Warnungen seiner Generäle hätte hören sollen. Die Übermacht des antirussischen Bündnisses ist trotz der modernen russischen Waffensysteme nicht zu schlagen. Den Nobels brechen von heute auf morgen die Aufträge weg. Hoch verschuldet meldet Alfreds Vater Konkurs an und verlässt verbittert St. Petersburg.

Suche nach dem Supersprengstoff

Alfred bleibt in einer bescheidenen Wohnung in St. Petersburg. Er hofft, die Finanzen der verarmten Familie mit neuen Erfindungen sanieren zu können. Eigentlich war es sein Wunsch, Schriftsteller zu werden. Aber sein Vater zwang ihn, Chemie zu studieren. Jetzt treibt ihn die Verantwortung, die Familie ernähren zu müssen, und jetzt will er das Nitroglyzerin erforschen und zum Supersprengstoff entwickeln lassen.

Nobel geht davon aus, dass es auch ohne Krieg einen großen Bedarf an Sprengstoff geben muss. Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es einen Riesenboom durch den Siegeszug der Dampfmaschine. Neue Schiffskanäle und gewaltige Trassen für Eisenbahnlinien werden auf allen Kontinenten gebraucht. Es könnte noch schneller gehen, hätten die Ingenieure nur einen starken und sicheren Sprengstoff, der rasch freie Bahn schafft.

Schwer, ölig, geruchlos


Eine große Chance für Alfred Nobel. Denn genau danach forscht er fieberhaft mit seinem Nitroglyzerin. Ausgangsbasis ist das ungefährliche dickflüssige Glycerin. Es steckt in fast jeder Zahnpasta oder Körpercreme. Tropfenweise wird es einer Mischung aus konzentrierter Schwefel- und Salpetersäure zugefügt. Dann muss das Gemisch in mehreren Arbeitsgängen gefiltert und gewaschen werden - bis sich eine schwere, ölige und geruchlose Flüssigkeit absetzt: das brisante Nitroglyzerin.

Nitroglyzerin herzustellen ist eine Sache, den Stoff zuverlässig und kontrolliert zur Explosion zu bringen, jedoch eine ganz andere. Wird Nitroglyzerin angezündet, brennt es ohne dass seine gewaltige Kraft entfacht wird. Aber schon der geringste Druck oder eine Erschütterung kann den Stoff explodieren lassen.

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