Mission X: Duell im Dunkeln

Mission von höchster Dringlichkeit- Geheimnisvolle Strahlen gegen Invasoren

Ein Februarmorgen im Jahre 1935 in der Nähe der englischen Stadt Daventry. Ein Tag, der in die Geschichtsbücher eingehen wird. Die Zukunft Englands und der ganzen Welt steht auf dem Spiel. Der Physiker Robert Watson-Watt will die britische Regierung von einer neuartigen Ortungstechnik überzeugen. Er will den Himmel mit unsichtbaren Strahlen überwachen.

Ein Test soll zeigen: Radiowellen können von einem Flugzeug reflektiert und von der Empfangsanlage angezeigt werden.

Schlimmste Befürchtungen

In Europa stehen die Zeichen auf Sturm. Die Nationalsozialisten haben die Herrschaft im Deutschen Reich an sich gerissen. Jetzt wachsen in England die schlimmsten Befürchtungen. Zu dieser Zeit wird Watson-Watt zu einem geheimen Treffen nach London gebracht. Es sei eine Mission von höchster Dringlichkeit, heißt es. Hochrangige Personen wollen ihn sehen. Sein Wissen sei lebenswichtig für das Inselreich, schärfen ihm seine Begleiter ein.

Ein Direktor des wissenschaftlichen Ausschusses der Luftwaffe hat Watson-Watt ins Hauptquartier zitiert. Unter größter Geheimhaltung sollen er und eine Gruppe Hand verlesener Spezialisten neue Mittel zur Luftverteidigung erforschen. Das bisherige System sei hoffnungslos veraltet. Ein Auftrag der von ganz oben kommt, denn Großbritannien schwebt in ernster Gefahr. Eindringlich erläutert der Direktor seinem Gast den Ernst der Lage. Englands Luftraum zu sichern, sei dringlicher als je zuvor. Die Technik müsse unbedingt verbessert werden. Bislang kann man Flugzeuge nur durch Sichtkontakt aufspüren und eine Frühwarnung bestenfalls mit der so genannten Horchortung versuchen.

Anfliegende Feinde

Motorengeräusche werden entlang der Küste durch riesige Hohlspiegel mit Mikrophonen möglichst früh erfasst. Doch inzwischen seien die Flugzeuge immer schneller geworden, und überfliegen die bis zu 60 Meter langen Spiegel, bevor eine exakte Ortung erfolgt. Die Militärs haben inzwischen jedoch von einer neuartigen Wunderwaffe gehört. Watson-Watt solle nun prüfen, ob Großbritannien diese gegen anfliegende Feinde einsetzen könne.

Auch Deutschland forscht

In der New York Times war im Juli 1934 ein Artikel erschienen, der von "Death Rays" sprach. Kein Geringerer als der berühmte Physiker Nikola Tesla behauptete, diese Todesstrahlen erfunden zu haben. Eine Waffe von unvorstellbarer Gewalt und Zerstörungskraft. Watson Watt erhält den Auftrag, Berechnungen anzustellen, ob eine solche Strahlenwaffe die Lösung für Englands Probleme wäre.

Auch zwei Deutsche unternehmen seit kurzer Zeit Versuche mit gebündelten Funkwellen. An der Ostseeküste unweit der Lübecker Bucht wollen sie das erste funktionstüchtige Ortungssystem der Welt bauen. Obwohl führende deutsche Firmen das Projekt belächeln und für undurchführbar halten, riskieren die jungen Unternehmer ihr gesamtes Vermögen.

Hans Karl von Willisen ist ein technisches Genie und ein ausgesprochener Lebemann. Sein Kompagnon Paul Erbslöh hingegen ein glänzender Geschäftsmann. Die beiden bilden ein perfektes Team. Auf eigene Faust und ohne einschlägige Erfahrung treiben sie ihre Versuche voran. Die Erfolge sind bemerkenswert. Es gelingt ihnen, Schiffe bereits auf einige Kilometer Entfernung zu orten.

Das erste Radargerät der Welt

Schon 1904 hatte ein anderer Deutscher einen elektronischen Kollisionsschutz für Schiffe konstruiert. Der junge Ingenieur Christian Hülsmeyer war Zeuge eines tragischen Fährunglücks auf der Elbe und begann, ein Warngerät zu entwickeln. Seine Erfindung basierte auf Funkwellen und war das erste Radargerät der Welt. Ob bei Nacht oder Nebel, Regen oder Schnee - dieses Instrument konnte weit hinter die natürliche Sichtgrenze blicken, geriet jedoch bald wieder in Vergessenheit.

Radargeräte senden stark gebündelter Funkwellen in kurzen Intervallen. Treffen sie auf einen Gegenstand, werden die Wellen reflektiert und ihre Echos zwischen den ausgesendeten Impulsen empfangen. Eine enorme technische Herausforderung, da sich Funkwellen mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten.

Tagelange Berechnungen

In England hat Watson-Watt tagelang Berechnungen angestellt. Keine Energiequelle der Welt kann stark genug sein, um tödliche Strahlen zu produzieren. Doch Funkwellen müssten geeignet sein, entfernte Objekte zumindest zu orten und dazu liefert die bestehende Technik auf jeden Fall genug Energie.

In einem Memorandum skizziert er seine Vision. Eine Kette von Radarstationen soll England nach allen Seiten schützen. Watson-Watt ist davon überzeugt, als einziger die neue Bedeutung der Funkwellen erkannt zu haben. Doch das ist ein Irrtum.

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