Mission X: Eisenbahntrasse in den Westen

Crocker und Chapin mit verschiedenen Konzepten

Im Nordosten der Vereinigten Staaten wird 1848 der Grundstein für ein bahnbrechendes Projekt gelegt. Seit Wochen schon kämpft sich ein Vermesserteam durch die unwegsamen Berge von Massachusetts. Die Mission ist abenteuerlich und wird ein Umbruch im Ingenieurwesen sein.

Ihr Auftraggeber ist der reiche Papierfabrikant Alvah Crocker. Er will endlich seine Vision zur Wirklichkeit machen. Die Männer sollen die Trasse für den längsten Tunnel der Welt berechnen.

Zwei Konkurrenten

Doch Crocker hat Konkurrenten: 200 Kilometer östlich in Boston erfährt der einflussreiche Industrielle Chester Chapin durch die Zeitung von dem verwegenem Plan Alvah Crockers, mit einem Tunnel ein neues Tor nach Westen aufzustoßen. Chapin ist alarmiert. Mit allen Mitteln will er versuchen, Crockers Vorhaben zu verhindern. Dieses Projekt bedroht sein einträgliches Geschäft, ist ein direkter Angriff auf sein Eisenbahnmonopol. Denn Chapin kontrolliert die bisher einzige Trasse nach Westen.


Bewaldete Ausläufer des Appalachen-Gebirges liegen zwischen den Neuenglandstaaten und dem Rest der USA. Nach Westen hin behindert diese natürliche Barriere den direkten Zugang zu den immer zahlreicheren neuen Bundesstaaten. Besonders die Händler in Boston brauchen neue Verkehrswege nach Westen, um geschäftlich zu überleben. Einst wurde die Metropole von den Amerikanern "The Hub", das Zentrum, genannt. Doch je weiter sich die Vereinigten Staaten in Richtung Westen ausdehnen, desto mehr verlagern sich die Handelsströme. Der Hafen von Boston droht ins Abseits zu geraten. Bostons Zukunft steht auf dem Spiel.

Neue Transportwege nach Westen

Vor allem die Holzindustrie, der größte Industriezweig in Massachusetts, fordert neue Transportwege nach Westen. Dort wird dringend Holz gebraucht. Ein riesiger Markt steht offen, will immer schneller beliefert werden. Der Handel umläuft Neuengland, vor allem Boston. Stattdessen wird alles über New York und den Erie Kanal transportiert. Irgendetwas muss geschehen, denn die Händler in Boston werden unruhig.


Chester Chapin hatte sich schon als Retter feiern lassen, als er 1842 seine Eisenbahntraße über das Gebirge baute. Doch die Strecke ist ein Albtraum, denn sie ist viel zu steil. Immer wieder entgleisen Wagons, reißen Passagiere und Fracht in die Tiefe. Aber Chapins Eisenbahn ist der einzige direkte Weg nach Westen. Sein Monopol bringt ihm horrende Gewinne.

Maßstäbe gesetzt

Doch jetzt ist Alvah Crocker auf den Plan getreten und wirbt bei den Händlern für eine Lösung, die alles ändern soll: Wenn der Zug nicht sicher über die Berge kommt, dann soll er eben durch sie fahren. Die Stelle, die er dafür ausgesucht hat, heißt Hoosac Mountain. Zwei Jahre quälen sich seine Vermesser über den steilen Berg, nur um die Trasse zu berechnen. Wie der Tunnel gebaut werden soll, weiß Crocker noch gar nicht. Doch Crocker will um jeden Preis Chapins Monopol brechen. Unermüdlich treibt er seine Männer zum Bau des längsten Eisenbahntunnels der Welt an. Er sollte Maßstäbe setzen für alle großen Tunnelbauten bis zum heutigen Tag.

1854 beauftragt Crocker für sein Tunnelprojekt den renommierten Geologen Hitchcock, den Berg zu begutachten. Hitchcock verkündet sehr schnell, der Tunnel sei ohne große Probleme zu bauen. Auf der acht Kilometer langen Strecke lässt Hitchcock nur drei Dutzend Gesteinsproben nehmen. Kühn behauptet der Gelehrte, Crocker würde ausschließlich auf harte Granite stoßen, die gut zu bearbeiten seien. Es sollte sich als eine fatale Fehleinschätzung herausstellen.

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