Mit "Alicia" zur geheimnisvollen Unterwasserwelt

Mini-U-Boot mit technischen Finessen

Im Frühjahr 2002 beginnt in einer Lagerhalle im südenglischen Plymouth das "Unternehmen Alicia". Der Traum, die Geheimnisse der fremdartigen Unterwasserwelt zu erforschen, begleitet den amerikanischen Geschäftsmann Peter Robbins schon seit frühester Jugend.

Die Vorbilder des amerikanischen U-Bootbauers Peter Robbins sind Helden aus Abenteuerbüchern wie die von Jules Verne.




Das Herz der Konstruktion ist ein leistungsstarker Dieselmotor. Die U-Bootdesigner Paul Moorhouse und Richard Dawson sollen aus 10.000 Einzelteilen ein zwölf Meter langes Unterwasserboot bauen. Dafür haben sie ein Jahr lang Zeit.

Nahezu lautloses Gleiten



Um der Besatzung bestmögliche Sicht zu bieten, besteht der Bug aus zwei mächtigen Glaskuppeln. Zehn Zentimeter dickes Acryl schützt die Crew vor dem gewaltigen Druck, der in großen Tiefen herrscht. Ein Schott trennt das Cockpit vom Maschinenraum. Dort sitzt neben dem Dieseltriebwerk ein zusätzlicher Elektromotor. Bei Manövern unter Wasser erlaubt er ein nahezu lautloses Gleiten.

Zwei Millionen Dollar stehen dem Team für die Produktion der "Alicia" zur Verfügung. Die Fachleute arbeiten mit allen Tricks. Das Budget muss eingehalten werden. So verwenden sie für den Antrieb des Elektromotors Gabelstapler-Batterien. Ihr Gesamtgewicht: 1,6 Tonnen. Das liegt zwar deutlich über dem einer teuren Spezialanfertigung, doch die Ingenieure nutzen das Übergewicht für eine technische Finesse. Das Batteriegehäuse läuft auf Schienen. Bewegt der Pilot die Apparatur um vierzig Zentimeter nach vorne, neigt sich das U-Boot um 15 Grad. Die kontrollierte Verschiebung des Schwerpunkts ist eine wirkungsvolle Manövrierhilfe beim Ab- und Auftauchen.

Prombleme mit den Glaskuppeln

Probleme hingegen bereiten die zweitausend Kilo schweren Glaskuppeln. Dem Hersteller aus Sussex gelang es auch im zweiten Versuch nicht, die teuersten Einzelstücke der "Alicia" fehlerfrei zu gießen. 170.000 Dollar kostet die Herstellung der Kanzeln aus Acryl. Bereits um vier Monate ist der Abgabetermin überschritten. Beim Schmelzvorgang hat sich in dem empfindlichen Material eine dicke Luftblase gebildet. Ein schwer wiegender Fehler, der die Stabilität der Kuppel beeinträchtigt. Acht lange Wochen dauert der erneute Brennvorgang. Und niemand weiß im Voraus, ob die Reparatur glückt.

Am Reißbrett in Plymouth sieht sich Paul Moorhouse gezwungen, ohne die fehlenden Glasgehäuse weiter zu planen. Ein sensibles Geschäft, vor allem dann, wenn der Geldgeber immer wieder spezielle Wünsche äußert.

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