Mit dem Segen der Kirche

Rüstung und königliches Heer für die Kriegerin Gottes

Die Jungfrau Jeanne d'Arc ist der letzte Trumpf von Karl VII. im Kampf um die Herrschaft. Würde die Macht einer Prophezeiung ihm zum Thron verhelfen?

Vor versammeltem Hofe lässt Karl VII. eine offizielle Prüfung von Jeanne d'Arcs Jungfräulichkeit durchführen.

"Unternehmen Jungfrau"

Frauen von höchstem Adel sollen dem "Unternehmen Jungfrau" die erste unumgängliche Voraussetzung bescheinigen. Reinheit und Unversehrtheit werden dem Mädchen attestiert. Doch noch ist die letzte Hürde nicht genommen. Karl beruft die Elite der französischen Theologie ein. Drei Wochen lang muss Jeanne d'Arc den Gelehrten Rede und Antwort stehen.

Wie unbeirrt und von sich überzeugt Jeanne vor den Theologen für ihre Mission eintritt, berichtet der Geistliche Seguin Seguin 20 Jahre später im Zeugenstand. "Ich sagte ihr damals in Poitiers, dass man ihr keinen Glauben schenkt, wenn sie sich nicht durch ein Zeichen ausweisen würde. Ich erinnere mich noch an ihre Antwort. Sie meinte: 'Im Namen Gottes, ich bin nicht hierher gekommen, um Zeichen zu tun, aber führt mich nach Orléans, dort werde ich euch die Zeichen weisen, derentwegen ich gesandt bin.'"

Königlicher Auftrag



Das bedrängte Orléans hat ein Wunder nötig. Die Gelehrten sind überzeugt und zeichnen das Mädchen als Gottgesandte aus. Mit dem Segen der Kirche ist Karl VII. jetzt in der Lage, Jeanne d'Arc für sich als Kriegerin Gottes in die Schlacht zu schicken. Die Mission ist beschlossen. Im königlichen Auftrag wird ein Heer für sie zusammengestellt und eine Rüstung angefertigt.

Offene Drohung

Nur die wenigsten Krieger konnten sich damals den Luxus einer eigenen Rüstung leisten. Mitunter verschlang eine Maßanfertigung den Sold von zwei Jahren. Die für Jeanne d'Arc gefertigte Rüstung gilt heute als verschollen. Bekannt ist, dass Weißmetall verwendet wurde, dass sie 18 bis 20 Kilogramm wog und etwa 1 Meter 60 groß war.


Noch bevor die Truppen bereitstehen, proklamiert Jeanne d'Arc vor der Welt lauthals ihren Status. In eigenmächtiger Aktion verfasst sie einen Mahnbrief an die Engländer. Eine offene Drohung und erste Selbstinszenierung: "König von England und ihr Herzog von Bedford, der ihr euch Regent von Frankreich nennt, übergebt der von Gott gesandten Jungfrau die Schlüssel von allen Städten in Frankreich, die ihr eingenommen und geschädigt habt ..." "Ich bin Kriegsherr und wo immer ich in Frankreich auf eure Soldaten stoße, werde ich sie verjagen ... Und wenn sie nicht Gehorsam leisten, werde ich sie alle töten lassen. Ich bin vom König des Himmels, von Gott selbst gesandt."

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