Mit High-Tech zum Ziel?

Terra X - Der Fluch von Oak Island

Das Meer um das Eiland herum blieb bislang von Nachforschungen verschont. Wie man weiß, ist der Wasserspiegel allmählich angestiegen, und zwar alle hundert Jahre ungefähr 30 Zentimeter.

Es gibt Spekulationen, dass die alten Eingänge zu der unterirdischen Anlage jetzt überspült sind oder gar einer der Flutkanäle das Tor zum Versteck war. Oder dass noch ein ganz anderes, sorgfältig konstruiertes Tunnelsystem unter dem Meeresboden verläuft.

Fächerförmige Schallwellen

Auf einem Forschungsschiff des Bedford-Instituts für Ozeanographie, Kanadas bedeutendstem Zentrum für Meeresforschung, versucht man, eine Antwort auf diese Spekulationen zu finden. Die Wissenschaftler erarbeiten Unterwasser-Kartierungen. Aus 8.000 Meter Höhe geben Präzisions-Peilsatelliten die exakten Koordinaten für die Standortbestimmung. Das Schiff ist voll gepackt mit der weltweit modernsten Technik, die zum größten Teil im Bedford-Institut entwickelt wurde. Herzstück ist ein digitales Echolot, das Schallwellen fächerförmig aussendet. Es liefert eine einzigartig scharfe Darstellung des Meeresbodens. Vielleicht schlummert das jahrhundertealte Geheimnis der Insel tief unter Wasser.

Ungewöhnliche Formation

Das Forschungsschiff lädt streifenweise die Messdaten in den Speicher des Rechners. Aus dem gesammelten Material wird durch grafische Aufbereitung ein Computer-Modell des gesamten Meeresbodens um Oak Island entstehen. Meereskundler versuchen, die Bilder im Labor zu deuten. Der Geophysikerer Bob Courtney und der Geologe Gordon Fader sind überrascht. Sie erkennen eine ungewöhnliche Formation mit geraden Linien. Dieses Gebilde entstand offenbar nicht durch Erosion, sondern durch Menschenhand.

Schleifspur oder Steinmauer

Jeder der farbigen Ringe zeigt eine unterschiedliche Wassertiefe an. Zur Insel hin steigt der Meeresboden steil an. Die lange, gerade Struktur im Osten, die von der Insel wegführt, sieht eher aus, als sei es von Menschenhand geschaffen. Die lange Linie auf dem Meeresboden erinnert an eine Schleifspur. Da könnte ein großer Anker geschleift worden sein. Aber dafür ist sie fast wieder zu groß. Es sieht so aus, als hätte jemand eine Steinmauer errichtet oder etwas ausgegraben. Jedenfalls ist es nicht natürlichen Ursprungs, das müsste näher untersucht werden.
Die Computerbilder könnten der Schlüssel zum Rätsel von Oak Island werden. Zu welchem Zweck wurde die Steinmauer gebaut? Ist sie der Rest einer alten Hafenanlage? War die Insel früher einmal bewohnt? Vielleicht sind die Forscher bald in der Lage, noch anderes aufzuklären, was ins Auge fällt. Das Unterwassergebilde endet nämlich genau an der Stelle, von der das steinerne Dreieck landeinwärts zeigt. Und die Richtung dieser so genannten Mauer läuft genau auf die Schatzgrube zu.

So ist es seit Jahrhunderten: Immer, wenn auf Oak Island eine Entdeckung gemacht wurde, zog sie viele andere Fragen nach sich. Doch nie hat es eine Antwort gegeben. Und wie tief auch immer gegraben wurde: Niemals ist jemand zum Grund der Geschichte vorgestoßen. Weder die größten Maschinen noch die neueste Computertechnik haben das Rätsel bislang lösen können.

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