Mitten ins Desaster

Custers fatale Strategie

40 Tage lang treibt General Custer seine Männer beinahe ohne Pause an. Ein mörderischer Marsch auf der Suche nach Indianern. Dann, am 25. Juni 1876, entdeckt die Siebente US-Kavallerie das Indianerlager.

Arrogante Selbstüberschätzung scheint ihn anzutreiben. "Mit der Siebten Kavallerie könnte ich sämtliche Indianer von diesem Kontinent vertreiben", prahlt er am Vorabend des Gemetzels. Was Custer nicht ahnt: am Little Bighorn lagern an die 4000 von ihnen - so viele wie nie zuvor.

Alarm in letzter Minute

Im Indianerdorf am Little Bighorn-Fluss herrscht Ruhe. Die Frauen sind wie immer mit der Alltagsarbeit beschäftigt. Sie ahnen nichts von der unmittelbaren Gefahr. Die Stammesführer wissen nur, dass Soldaten durch ihr Jagdgebiet ziehen. Erst in letzter Minute alarmieren Späher das Dorf - beinahe zu spät. Custers Plan scheint aufzugehen.




Custer sieht erst jetzt, wie groß das Dorf ist. Doch der verblendete General glaubt noch immer an den Sieg. Um ein Uhr mittags greift Major Reno das Lager weit entfernt von Custers Truppe an. Schnell bekommen seine Soldaten zu spüren, dass sie ein viel zu großes Indianerlager angreifen. Die Indianer flüchten nicht etwa, wie angenommen. Sie schlagen mit nie gekannter Wut zurück. Und es werden immer mehr. Reno kämpft mit 135 Soldaten gegen etwa tausend Krieger. Der Major fürchtet, dass sein Trupp aufgerieben wird. Die Feuertaufe seiner verängstigten Rekruten droht in einem Massaker zu enden. Rückzug über den Fluss, lautet der Befehl.

Frühes Scheitern?

Custers Flanke ist nun gefährdet, die Indianer setzen mit aller Entschlossenheit nach. Scheitert hier bereits der Angriffsplan? Versagt Major Reno, wie ihm später vorgeworfen wird, oder werden seine Männer Opfer einer verfehlten Strategie? War nicht schon die Aufteilung der unterlegenen Truppe ein unverzeihlicher Fehler? Nach tagelangen Gewaltmärschen sind die Männer übermüdet. Die kleinen Kampfeinheiten werden nacheinander aufgerieben.

Was hat sich im Juni 1876 tatsächlich abgespielt? Suche nach verborgenen Wahrheiten über die Schlacht am Little Bighorn - die bis heute die Gemüter in Amerika erhitzt. Die Wissenschaftler der Nationalen Gedenkstätte untersuchen das Schlachtfeld, um Fakten und Fiktion voneinander zu trennen. Mehr als zehntausend Artefakte haben die Archäologen bereits entdeckt: mit bewährten Hilfsmitteln und modernster Navigationstechnologie rücken sie diesem ungeklärten Fall zu Leibe. So gelingt die Neubewertung wichtiger Indizien, die den Hergang der Schlacht rekonstruieren helfen. Eine Patronenhülse gibt Auskunft.




Kette von Fehlentscheidungen

Wie war es wirklich? In den Armee-Archiven findet Doug Scott neben anderen Aussagen das Gesprächsprotokoll von Karl Windolph. Schnell verdichtet sich für den Experten der Eindruck, dass nicht nur die Übermacht des Gegners, sondern eine Kette von Fehlentscheidungen für das Desaster verantwortlich zu sein scheinen. Vor allem beschäftigt Scott eine Frage: Welche Folgen hatte Custers Befehl, sein 650 Mann starkes Regiment aufzuteilen.




Am Fluss machen Indianer Jagd auf die Soldaten Renos. Nur mit knapper Not kann ein Teil von ihnen entkommen. Wer zurückbleibt, den erwartet der sichere Tod.

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