Mohammeds Berufung

Entscheidende Begegnung mit Erzengel Gabriel

Nach islamischer Vorstellung war es Mohammed, dem mit dem Koran der ursprüngliche Glaube Abrahams erneut offenbart wurde, um die abgefallenen arabischen Stämme wieder zu bekehren. Doch wie kam es zur Offenbarung an ihn?

Der Erzengel Gabriel erscheint Mohammed
Der Erzengel Gabriel erscheint Mohammed Quelle: ZDF

Im Alter von 40 Jahren, so die islamische Tradition, zog sich Mohammed häufig in die Einsamkeit des Berges Hira zurück, um zu meditieren. Eines Tages geschah dort laut Ibn Ishaq, dem Verfasser der ältesten zusammenhängenden Biografie Mohammeds, Folgendes:







Mohammeds Frau Chadidscha
Mohammeds Frau Chadidscha Quelle: ZDF


Diese Worte (= Sure 96) gelten als der Beginn der Offenbarung. Mohammed selbst war sich zunächst laut Ibn Ishaq seiner göttlichen Sendung nicht sicher. Doch als er sich seiner Frau anvertraute, bestärkte ihn diese. Vor allem ihr Cousin Waraqa ibn Naufal, der sich zum Christentum bekehrt hatte und "die heiligen Schriften las", soll ihm begeistert zugeredet haben: "Du bist der Prophet dieses Volkes. Der Engel Gabriel ist zu dir gekommen, wie er zu Moses kam."

Es gibt nur einen Gott

Es folgte rund ein Jahrzehnt der Prüfung und Bewährung. Weitere Offenbarungen schlossen sich an, in denen es vor allem um den barmherzigen, aber auch richtenden, strafenden und belohnenden Schöpfergott und um das Jenseits ging. Und immer wieder lag die Betonung auf dem einzigen und alleinigen Gott und die Ablehnung jeder anderen Gottheit neben Gott - ein Bekenntnis zu einem strikten Monotheismus und die Ablehnung des bisherigen Polytheismus der Mekkaner. Die kürzeste Sure, die in Mekka von Gott dem Propheten offenbart wurde, drückt dies in aller Klarheit aus (Sure 112): "Sprich: Er ist Gott, ein Einziger. Gott, der Ewige. Er hat nicht gezeugt und ist nicht gezeugt worden. Und keiner ist ihm gleich."

Zwar wuchs Mohammeds Anhängerschaft, blieb aber insgesamt klein. Und der Unmut der Mekkaner nahm zu, die ihn zunächst als Zauberer, Wahrsager, Geschichtenerzähler oder schlicht als Verrückten beschimpften, schließlich aber zu massiveren Druckmitteln griffen und zum Beispiel gegen seine ganze Sippe einen Boykott beschlossen, wodurch Eheschließungen mit ihren Mitgliedern unterbunden wurden und sich die alltägliche Versorgung immer schwieriger gestaltete. Ein Teil seiner Anhänger suchte deshalb sogar Zuflucht beim christlichen Negus in Äthiopien.

Flucht nach Medina

Gewiss sahen die Mekkaner das Pilgergeschäft, eine ihrer wichtigsten Erwerbsquellen, wegbrechen, sollte sich Mohammed mit seinem Glauben durchsetzen, in dem ihre Göttinnen keinen Platz mehr hatten. Als auch noch Chadidscha und sein Onkel Abu Talib starben, seine beiden wichtigsten Unterstützer (obwohl sein Onkel nie zum Islam übertrat), entschloss er sich im Jahre 622, mit seinen Anhängern Mekka zu verlassen und in Medina Zuflucht zu suchen, was als Hidschra später den Beginn der islamischen Zeitrechnung bildete, denn damit beginnt die politische Geschichte des Islam.

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