Mordkomplott gegen Iwan VI.

"Gefangener Nr. 1" als Gefahr für Katharinas Thron

Vier Wochen nach dem Staatsstreich begibt sich die Zarin auf eine geheime Mission. Katharinas Weg führt zur Schlüsselburg, wo Iwan VI. gefangen gehalten wird. Für das Schicksal des "Kinderzaren" hat sie sich seit ihrer ersten Reise nach Russland wiederholt interessiert.

Nun will Katharina wissen, ob der legitime Thronerbe ihrer eigenen Zarenmacht gefährlich werden kann.

Geistig umnachtet und einsam

Gerüchte kursieren, dass Iwan befreit und zum Zaren erhoben werden soll. Katharina will herausfinden, ob der "Gefangene Nr. 1" sich seiner Stellung im russischen Herrscherhaus trotz lebenslanger Haft bewusst ist. Und ob er die Rückkehr auf den Thron anstrebt. Doch sie trifft auf einen geistig umnachteten, einsam gefangenen Iwan.




Unmittelbar nach ihrer Inspektion auf der Schlüsselburg erlässt Katharina eine geheime Order. Sie bereitet die Tötung des "Gefangenen Nummer 1" vor - für den Fall, dass er befreit werden sollte. "Bei einem Angriff ist der Gefangene sofort zu töten." Die Wachoffiziere werden angehalten, den Befehl wortgemäß auszuführen. Über Iwan ist das Todesurteil gesprochen.

Lebenslanges Schweigen

Der Vollzug lässt nicht lange auf sich warten. Ein Leutnant soll versucht haben, zum "Gefangenen Nr. 1" vorzudringen. Die Gefahr ist inszeniert. Doch Iwan muss durch die Hände seiner Wächter sterben. Die Mörder werden durch reiche Geschenke zu lebenslangem Schweigen verpflichtet. Katharina erklärt sie zu Rettern des Vaterlandes. Das Mordkomplott war von langer Hand geplant, die Verschwörung fingiert. Doch was sind die Indizien?

Die Ausschaltung ihrer Gegner plante die Zarin bis ins letzte Detail. Sie selbst, vermutet die Profilerin Gaby Dubbert, setzte Legenden über Rebellionen in die Welt. Sie machte Opfer zu Tätern und rechtfertigte so die eigene Schuld. Für die Macht war sie bereit zur Aggression.

Zeugen unerwünscht

Kaum hat die Zarin die Order erlassen, ist Iwan tot. Der Befreiungsversuch scheint zu dilettantisch für einen Staatsstreich. Viele Fragen bleiben offen. Im Zuge eines Scharmützels auf der Schlüsselburg hat tatsächlich ein naiver Leutnant versucht, Iwan zu befreien. Hat die Geheimpolizei der Zarin einen harmlosen Idealisten für ihre Zwecke instrumentalisiert? Als er dem Getöteten ehrfürchtig die Hände küsste, nahm er alle Verantwortung auf sich. Sein Kopf fiel unter dem Beil des Henkers. Einen Zeugen für das Verbrechen konnte Katharina nicht brauchen. Um das Komplott des Leutnants glaubhaft zu machen, ließ die Zarin gegen ihn erstmals nach 20 Jahren ein Todesurteil vollstrecken.

Katharina ist erleichtert, nun kann niemand mehr Anspruch auf den Thron erheben. Auch wenn sie Iwan VI. selbst nie Ernst genommen hat und ihn sogar verspottet: "Außer seinem hilflosen Gestammel hat der doch nichts begriffen. Die Vorsehung hat mir wirklich ihre Gunst erwiesen."

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