Moses und die 10 Gebote

Kernstück des Alten Testaments

Nach drei Monaten erreichen die "Kinder Israels" den Fuß des heiligen Berges Sinai, wo sie ihr Lager aufschlagen. Mose steigt auf den Berg, um zu beten. Dort sagt ihm Gott, dass er in drei Tagen selbst zum Volk sprechen werde. Doch das Volk rebelliert in seiner Abwesenheit.

Die Jahrhunderte nach Moses haben den Auszug aus Ägypten zum Mythos verklärt. Wie viele Gedanken, Vorstellungen und Träume haben sich im Laufe der Jahrtausende mit diesem Ereignis verknüpft? Es ist eine Geschichte, deren Wirkung so gewaltig ist, dass mit ihr bis heute Politik gemacht wird.

Ungewisse Zukunft

Die "Befreiung" aber führt in eine völlig ungewisse Zukunft. Und das Land, dass sie durchwandern, ist alles andere als verheißungsvoll: Die Sinaihalbinsel ist dieselbe karge Steinwüste, die einst die Vorfahren des Moses mit ihren halbverhungerten Schafherden durchzogen hatten. Allein der unerschütterliche Gottglaube wird Moses die Kraft gegeben haben, sein Volk zurückzuführen - an diesen "Ort des Anfangs".



Es ist kein Zufall, dass gerade in dieser Einöde, auf dem Berg Sinai, Gott seinem auserwählten Volk das größte Geschenk macht: Gott übergibt Moses die "10 Gebote" - in Stein gemeißelte Vorschriften, die das Zusammenleben im Volke Israel genau regeln. Die "10 Gebote" sind zum Kernstück des Alten Testaments geworden, denn sie sind das, was Gott ganz ausdrücklich will. Eine Botschaft, die er "mit seinem Finger geschrieben hat".

Das Volk rebelliert

Gott fordert. Zehn mal sagt er: "Du sollst..." Der Gott des Moses verlangt viel. Offenbar "zu viel" für manche Hebräer. Während Moses mit Gott spricht, rebelliert in seiner Abwesenheit das Volk. Aaron, einer der Ältesten, befiehlt "Man solle ihm allen Schmuck aushändigen". "Und er machte daraus ein gegossen Kalb", schreibt die Bibel. "Und sie opferten dem Kalb und sie beteten es an". Um das Goldene Kalb herum wird ein ekstatischer, orgiastischer Kult aufgeführt: Man tanzt und macht Musik und singt.

Ein schlimmer Frevel, den die Bibel schaurig ausmalt. Das Volk fällt von dem einen Gott ab und sucht sich Götzen. Archaische Kultfiguren, die den Rückfall in eine alte, längst überwunden geglaubte Naturreligionen markieren. Moses, zurückgekehrt, reagiert mit aller Brutalität: 3000 Mann seines Volkes, so erzählt die Bibel, lässt er noch in derselben Nacht erschlagen. "Du sollst keine anderen Götter neben mir haben", lautet das erste Gebot. Gott sagt ganz klar, wie man sich ihm gegenüber zu verhalten hat. Er ist der "Einzige". Die Bibel kämpft mit jedem Satz gegen die Vielgötterei.

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