Mumienfund in den Hochanden

Im Hochgebirge auf neuen oder unbekannnten Wegen

Die schroffe, raue Welt der Anden birgt für die peruanischen Forscher Pablo und Raoul vielfältige Überraschungen. Auf ihrer Suche im Hochgebirge stoßen sie immer wieder auf neue oder kaum bekannte Inka-Spuren.

Ein uralter Indianer-Pfad führt Pablo und Raoul an einen rätselhaften Ort, nach Sayuwiti.

Zerstörte Heiligtümer

Auf der Hochebene befinden sich - scheinbar zufällig verstreut - auf geheimnisvolle Weise geborstene Granitblöcke. Einst sollen sie Pfosten getragen haben. Von den Inka Intihuatana genannt, "Pfosten, an denen die Sonne angebunden wird." Das Heiligtum diente der Sonnenverehrung und der Astronomie, bis die Spanier es zerstörten. Doch auf die mysteriösen Spalten können sich die Forscher keinen Reim machen.


Die Inka glaubten an die Leben erhaltende Energie der Sonne, aber auch an die kosmische Kraft des Wassers, die den kargen Böden Fruchtbarkeit verleiht. Wasser war den Sonnen-Söhnen heilig. Sakrale Bezirke errichteten sie oft in der Nähe von Quellen.

Das Auge des Pumas



Raoul und Pablo folgen dem Rinnsal, das in einem schmalen Kanal eine mit Mauern umfriedete Senke umfließt. Im Zentrum wacht der Punjamao, das Auge des Pumas. Ein Mondkalender, so vermuten die beiden. Wahrscheinlich gewannen die Inka aus dem Lichtwechsel Informationen über den Lauf des Erdtrabanten und damit Richtlinien für ihre Feldbestellung.

Juan, ein indianischer Begleiter zeigt Pablo einen verborgenen Ort. Auf Drängen darf auch das Kamerateam die beiden begleiten. Niemand soll aber später den Weg genau nachvollziehen können. Irgendwo vor der gewaltigen Kulisse der Hochanden führt der Einheimische den peruanischen Professor durch schmale Täler und steile Hänge hinauf.

Mädchen in Fötushaltung

Juan zeigt Pablo eine Mumie. Für den Mumienspezialisten und Direktor des archäologischen Museums in Arequipa ein wertvoller Fund: Die Mumie des fünf- bis sechsjährigen Mädchen kennt Juan schon lange. Aus Ehrfurcht behielt er sein Wissen für sich. Pablo hält alle Details fest: Das Mädchen ist in Fötushaltung beigesetzt - kehrt symbolisch in den Bauch der Mutter Erde zurück.


Die Inka verbrannten ihre Toten nicht, sondern gaben sie der Göttin Mama Pacha wieder. In extrem trockener kühler Höhenluft konservierten die Leichname zu Mumien. Einige zeugen von Menschenopfern, dargebracht, um die Götter gnädig zu stimmen - eine Inkatradition, die angeblich von Schamanen im Geheimen bis in unsere Trage praktiziert wird.

Nachfahren der Inka

Nur wenige Eingeweihte wissen um die letzten direkten Nachfahren der Inka, die Queros. Ihre Dörfer liegen in einer kargen, lebensfeindlichen Welt, jahrhundertelang verborgen in der unwirtlichen Einsamkeit der Hochanden. Die Queros haben sich seit der spanischen Eroberung in völlige Isolation zurückgezogen. Der Alltag hat sich seit Atahualpas Zeiten kaum verändert - vom Wegfall der harten Frondienste einmal abgesehen. In den Ortschaften der Queros scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Ähnlich wie im Paititi-Mythos, erzählen ihre Überlieferungen von der Flucht der spirituellen Inka-Elite vor 500 Jahren in die Berge.

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