Mysteriöser Tod unter der Lupe

Rekonstruktion der letzten Minuten

Was ist in den späten Abendstunden am 13. Juni 1886 geschehen? Selbstmord oder Attentat? Bis heute gibt der Tod des Märchenkönigs Rätsel auf. Die Ermittlungsakten bleiben unter Verschluss im Geheimarchiv der Wittelsbacher.

Nur der ehemalige Oberstaatsanwalt Wilhelm Wöbking hat Zugang zu diesen Unterlagen, er ermittelt im Auftrag der Königsfamilie. Wöbking rollt den Fall Ludwig zusammen mit Kriminalist Helmut Bauer anhand der alten Polizeiakten noch einmal auf. 2004 zeigt das ZDF im Rahmen der Dokumentation zu Ludwig II. die Ermittlung. Die Ergebnisse sind bis heute letzter Stand.

Zwei Leichen im See

Die Ausgangslage: Zwei Leichen fand man im See, Ludwig II. und seinen Psychiater Dr. von Gudden. Gemeinsam gingen sie im Schlosspark spazieren. Dann wird der Weg zum See ein Weg in den Tod.

Was dann geschieht, ist bis heute ungeklärt. Wollte der König fliehen? Wollte ihn sein Psychiater am Selbstmord hindern? Oder gab es einen Attentäter? Wilhelm Wöbking verfolgt den Weg der beiden Männer Schritt für Schritt. Der Ermittlungsbericht von 1886 scheint schlüssig. Doch hält er der Überprüfung mit modernen kriminalistischen Mitteln stand?

Die Attentat-Hypothese

Über die Motive im Falle eines Attentats kann nur spekuliert werden. Wird dem König von Bayern seine Finanznot zum Verhängnis? Wird er Opfer eines Attentats aus Staatsräson? Wilhelm Wöbking will auch diese Hypothese prüfen. Die Gerüchte über einen gewaltsamen Tod des Königs wollen bis heute nicht verstummen. Könnte sich im unwegsamen Gelände des Seeufers ein Heckenschütze verborgen haben?


Prof. Dr. Wolfgang Eisenmenger vom Rechtsmedizinischen Institut in München hat den ärttlichen Befund über die Leiche des Königs genau geprüft.

Schüsse im Rücken

An der Selbstmordvariante zweifeln viele bis heute. Auch der Antiquar Paul Heinemann will nicht daran glauben. Seit Jahren verfolgt er eine andere Spur. Bei seinen Recherchen hat er ein erstaunliches Dokument entdeckt.

Im Münchner Jagdmuseum wird eine geheimnisvolle Waffe aus dem Jahr 1804 verwahrt. Sie soll lautlos töten können - mit Luftdruck. Niemand hat, so heißt es, den tödlichen Schuss gehört. Trifft ihn doch ein lautloser Schuss? Wie leise konnte ein Gewehr damals feuern? Um diese Fragen zu beantworten, haben Experten die Daten des Luftgewehrs aus dem Münchner Jagdmuseum in den Computer eingegeben. Ein moderner Nachbau wird auf genau diese Werte eingestellt. Beim Schuss zeigt das Schallmessgerät 94 Dezibel. Zeugen hätten den Schuss am See hören müssen.

Möglicherweise ist der Bericht der damaligen Ermittler nicht korrekt. Könnten die Akten von 1886 unter politischem Druck nachträglich gefälscht worden sein?

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