Nach der Katastrophe

Die Schicksale der Protagonisten

Schließlich zeigt der Widerstand Wirkung. Die Feuerwehr improvisiert mit nassen Säcken, Bettlaken und Decken, bis nur noch der Dampf in den Straßen steht. Nach etwas mehr als drei grauenvollen Tagen ist die Schlacht endlich gewonnen. Es herrscht Ruhe über der zerstörten Metropole.

Der Fotograf Arnold Genthe hat auch die bewegenden Momente dieses Tages mit der Kamera festgehalten.

Mit dem Feuer verbunden

Mehr als siebenhundert Menschen haben bei Einstürzen und durch Verbrennungen ihr Leben gelassen. Unter ihnen auch Helfer und Einsatzkräfte. In einer Geschichte, in der es an menschlichen Verwicklungen nicht mangelte, sollte Dennis Sullivans Schicksal nicht unerwähnt bleiben. Der ehemalige Chef der Feuerwehr stibt ungefähr einen Tag nach der Löschung des letzten Feuers. Irgendwie schien es, als wenn seine Seele mit dem Feuer verbunden gewesen wäre. Einem Feuer und einem Inferno, auf dessen Bekämpfung er sich sein ganzes Leben lang vorbereitet hatte.


Dennis Sullivan ist es zwar nicht gelungen, San Francisco vor dem Feuer von 1906 zu bewahren, doch 83 Jahre später, 1989, tragen seine Ideen dazu bei, die Stadt vor den Folgen eines weiteren Bebens zu schützen. Heute besitzt die Stadt eine der modernsten Feuerwehren des ganzen Landes. Eine Konsequenz aus den frühen Warnungen Sullivans.

Vor dem Neuanfang

Die meisten Opfer der Katastrophe, stehen 1906 vor einem Neuanfang. Hugh Liang hat Glück im Unglück. Als er in Napa vom Schiff steigt, trifft der 15-Jährige zufällig auf Verwandte und wird in seiner Not von ihnen aufgenommen. 1912 gründet er ein Varietetheater, das ausschließlich aus Chinesen besteht. Er entwickelt sich zu einem renommierten Broadwaykünstler. Hugh Liang stirbt im Alter von 94 Jahren.



Viele andere Katastrophenopfer irren orientierungslos durch die Ruinen. Wie Bernhard Dulberg und seine Familie haben viele ihre Existenz verloren und sind auf eine Notunterkunft von der Stadt angewiesen. Doch schon bald geht es besser, die Familie zieht in ein größeres Haus, und die Schrecken des Bebens rücken allmählich in den Hintergrund.

Tagebücher als Bestseller

Die Tagebücher von James Hopper werden unterdessen zum Bestseller. Der Schriftsteller gründet eine Familie und wird 80 Jahre alt. Auch Arnold Genthe wird durch die Tragödie bekannt. Mit seinen Momentaufnahmen gilt er später als einer der Begründer der modernen Fotografie. Der Künstler stirbt im Alter von 73 Jahren in New York. Bürgermeister Schmitz wird wegen Bestechung und Korruption angeklagt und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Doch der schöne Gene geht in Berufung - und gewinnt.

San Francisco hat 29.000 Gebäude verloren. Mehr als zwei Drittel der ganzen Stadt. Doch die Metropole erholt sich schnell, steigt aus ihrer Asche empor und zeigt sich schon bald in neuem Glanz. Bereits 1909 ist das Stadtzentrum in einer beispiellosen Aufbauaktion wieder nahezu vollständig. Das Beben von vor drei Jahren in Vergessenheit geraten und in der Öffentlichkeit verschwiegen. Tausende Zeitzeugenberichte, Interviews und Zeitungsartikel gelten als verschollen. Die Gefahr potenzielle Investoren von der erdbebengefährdeten Ostküstenregion abzuschrecken war einfach zu groß.

Das nächste Beben wird kommen

Nicht ganz 84 Jahre später, am 17. Oktober 1989, erfolgt das nächste größere Erdbeben mit einer Stärke von 6,9 auf der Richterskala. 15 Sekunden reichen, um bis in eine Entfernung von 110 Kilometern große Schäden anzurichten. Die Wahrscheinlichkeit für ein neues Großbeben wird von Experten der "US Geological Survey" für die nächsten 30 Jahre mit 67 Prozent angegeben.

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