Nachrichten aus der Kindheit

Nach Jesu 12. Lebensjahr verliert sich jede Spur

Für die Kopten, die ägyptischen Christen, besteht kein Zweifel, dass die heilige Familie im Land am Nil Schutz suchte. In Maadi, einem Vorort von Kairo, rasteten die drei. Wo heute eine Kirche steht, fanden sie Unterschlupf. Später fuhren sie mit dem Boot weiter flussaufwärts.

Die Vorstellung der Kopten gründet auf der Mission von Markus, der im Jahr 62 die Lehre Jesu in Ägypten verkündete. Schon auf jener Reise soll der Knabe magische Kräfte bewiesen haben. Er hielt wilde Tiere in Schach und stürzte die heidnischen Götter von den Sockeln.

Immer wieder Wunder

Die Höhlen von Deir Dronka bei Assiut boten Maria, Joseph und dem Kind für mehrere Jahre ein sicheres Versteck. Noch heute ehrt die christliche Gemeinde den Ort ihres Aufenthalts, an dem sich immer wieder Wunder ereignen. Über die Details der ägyptischen Reise schreiben die Evangelisten nichts. Die einzigen Nachrichten aus der Kindheit Jesu stammen aus der Feder von Lukas.


Als der Knabe zwölf Jahre alt war, verloren ihn seine Eltern bei einem Besuch in Jerusalem in der Menge. Nach drei Tagen entdeckten sie ihn im Tempel mitten unter den Gelehrten: "Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antworten." Ein denkwürdiger Auftritt. Danach verliert sich seine biblische Spur. Wo aber hielt er sich bis zu seinem 32. Lebensjahr auf? Und was tat er in der langen Zeit?

Steinigung des Jacobus

Tatsächlich vermerkt Tacitus in seiner Biographie über Kaiser Nero aus dem 2. Jahrhundert, Christus sei unter der Herrschaft des Tiberius hingerichtet worden. Auch der Historiker Sueton erwähnt Christus. Mehr Gewicht gewinnt die Bemerkung von Flavius Josephus. Der jüdische Geschichtsschreiber berichtet von der Steinigung des Jacobus. Er stellt ihn vor als "Bruder von Jesus, der Christus genannt wird".

Doch keiner der Autoren lüftet das Geheimnis um die zwanzig unbekannten Jahre im Leben des Galiläers. Womöglich schloss er sich einer der vielen religiösen Gruppierungen an. Vielleicht hielt er sich bei den frommen Essenern in der Wüste auf. Oder verließ er sogar das Land? Celsus ist davon überzeugt. Um 160 notiert der Philosoph, Jesus habe seine magischen Künste in Ägypten gelernt.

Land der Wunder und Zauberei

Das Reich der Pharaonen galt seit alters her als Land der Wunder und der Zauberei. Seine Magier erreichten hohe Berühmtheit. Heilungen und Verwandlungen zählten dabei zu den einfachsten Übungen. Die wahren Meister der Zunft konnten selbst Tote zu neuem Leben erwecken, schwärmt der römische Schriftsteller Apuleius. Fähigkeiten, die auch Jesus besaß. Ob er sie eigens erlernen musste, bleibt ein Rätsel.

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