Neid und Intrige

Der Streit der Königinnen eskaliert

Zwölf friedliche Jahre gehen ins Land, in denen Siegfried und Kriemhild in Xanten glücklich miteinander leben. Allein Brünhild spürt weiterhin Missgunst und Neid. Immer wieder geht ihr Siegfried durch den Kopf. Sie kann Kriemhilds Glück nicht ertragen. Auch giftet sie, dass Siegfried keinen Zins an ihren Gatten zahle. Unter dem Vorwand, die beiden zu vermissen, bezirzt sie ihren Mann, das Königspaar nach Worms einzuladen - und das Unheil nimmt seinen Lauf.

Kriemhild und Brünhild Quelle: ZDF

Gunther stimmt der Einladung schließlich zu, und ein Bote reitet ins Reich der Nibelungen, wie der Landstrich am Niederrhein zum ersten Mal genannt wird. Ahnungslos freuen sich Kriemhild, Siegfried und sein Vater Sigmund über die verlockende Aussicht einer Feier anlässlich der Wintersonnenwende, obwohl die Reise an den Rhein lang und strapaziös ist. Auch Hagen fiebert dem Ereignis entgegen. Er hofft, dass die Burgunden einen Teil des sagenhaften Hortes erhalten.

Kriemhilds verhängnisvoller Fehler

Die dreizehnte Vortragseinheit des Nibelungenliedes bereitet in düsteren Vorhersehungen den Boden für den Konflikt vor, der die Tragödie zum Höhepunkt treibt. Zunächst finden ein oberflächlich herzlicher Empfang und ein pompöses Gelage am Hof von Gunther und Brünhild statt. Der einzige Wermutstropfen für die Eheleute aus Xanten ist die Trennung von ihrem geliebten Kind, das zu Hause bleiben musste. Brünhild aber wartet nur auf eine Gelegenheit, um Streit vom Zaun zu brechen. Bei der Vesper platzt die Bombe. In einem verbalen Kräftemessen zwischen den beiden Frauen geht es darum, wer von ihren Ehemännern der edlere und mächtigere König sei und ob Siegfried als Lehnsmann von Gunther gewisse Pflichten zu erfüllen habe.

Nibelungen Kriemhild und Brünhild

Voller Zorn will Kriemhild ihrer Schwägerin eine Lehre erteilen und beschließt, beim Messgang vor der Burgundenkönigin den Dom zu betreten. Prächtig gekleidet und von Schmuck behangen treffen die "edle Kriemhild" und "Gunthers Weib" vor dem Gotteshaus zusammen. Als Brünhild der schönen Regentin den Vortritt verwehrt und sie beschimpft, hält Kriemhild nicht länger an sich. Sie verrät der stolzen Isländerin, wie sie von Siegfried nachts überwältigt wurde. Als der Gottesdienst vorbei ist, fordert Brünhild einen Beweis für den perfiden Akt in der Hochzeitsnacht. Kriemhild zeigt den gestohlenen Ring an ihrem Finger und den Keuschheitsgürtel, den sie um die Hüften trägt. Sofort erkennt Brünhild ihr Eigentum und beklagt sich tränenreich bei ihrem Mann. Der Streit scheint zu eskalieren, aber Siegfried und Gunther einigen sich, dass Siegfried öffentlich schwört, sich nicht gerühmt zu haben, Brünhilds erster Mann gewesen zu sein.

Hagens Intrige

Hagen und gunther

Hagen von Tronje treibt das Drama zu einem neuen Höhepunkt, als er Gunther nach langem Hin und Her zum Mord an Siegfried überredet, der eine Bedrohung für das Königshaus und das Land sei. Auf einem vorgetäuschten Kriegszug gegen die Dänen und Sachsen soll der Plan ausgeführt werden - und das mithilfe der naiven Kriemhild. Geschickt webt der Dichter die Intrige um die vermeintliche Kriegsfehde. Als Siegfried aus treuer Gefolgsamkeit seine Hilfe auf dem Schlachtfeld anbietet, nehmen Hagen und Gunther sein Angebot nur zu gerne an. Scheinheilig sucht Hagen daraufhin Kriemhild auf, die ihren Streit mit Brünhild längst bereut. Vor allem, weil ihr starker Ehemann sie dafür grün und blau geprügelt hat.

Hagen gelingt es, Kriemhild das Geheimnis um Siegfrieds verwundbare Stelle zu entlocken: Als sich der Held damals im heißen Blut des Drachens badete, haftete ein Lindenblatt zwischen seinen Schulterblättern. Nur an dieser Stelle kann man ihn verwunden, verrät sie. Auf das Versprechen Hagens, ihren Liebsten zu schützen, näht die besorgte Gattin ein "kleines Kreuzlein" auf Siegfrieds Gewand. Hagen weiß endlich, was er wissen wollte. Bevor es zur Schlacht kommt, lässt er bestochene Boten am Hof der Burgunden verkünden, dass die Könige von Dänemark und Sachsen ihre Kriegserklärung zurückziehen. Tatendurstig folgt Siegfried daraufhin Gunthers Vorschlag, im Odenwald auf Treibjagd zu gehen.

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