Nero als Staatsfeind

Der Senat besiegelt das unrühmliche Ende des Kaisers

Fern der Hauptstadt sieht Nero im Besuch der großen panhellenischen Spiele Griechenlands die Chance, sich als vollendeten Künstler zu präsentieren. Bei den zahlreichen Wettbewerben gewinnt Nero einen Preis nach dem anderen. Dazu gibt er sich weiter zahlreichen Festen und Vergnügungen hin.

Doch eine Nachricht aus Rom bringt ihn mit einem Schlag auf den Boden der politischen Tatsachen zurück. Im Jahr 67 findet Tigellinus einen Brief mit brisantem Inhalt. Nicht nur in Rom, auch in den Provinzen formiert sich der Wiederstand rasch.

Inszenierte Triumph-Märsche



Vor allem in Gallien und Spanien rebellieren die Gouverneure und stellen eine ernste Bedrohung für Nero dar. Tigellinus empfiehlt dem Kaiser dringend nach Rom zurückzukehren, die Sachlage zu analysieren und Truppen loszuschicken. Nero redet die Gefahr zunächst klein, dennoch stimmt er einer vorzeitigen Rückkehr nach Rom zu. In der Hauptstadt erwartet den Kaiser ein imperialer Empfang. Nach wie vor ist Nero beim Volk sehr beliebt. Selten ging es dem einfachen Bürger so gut. Mit inszenierten Triumph-Märschen begeistert er die Massen, doch seine Vorstellung als Künstler auf dem Thron ist für den Senat immer wieder schockierend.

Doch hinter dem herzlichen Empfang ist die finanzielle Notlage Roms nicht zu übersehen. Die Stadt ist nur teilweise wieder aufgebaut und überall stehen Gerüste, auf denen niemand mehr arbeitet. So entschließt sich Nero nach seinem Eintreffen in der verarmten Stadt gleich wieder abzureisen und in Neapel, der griechischsten aller italischen Städte, weiteren Vergnügungen nachzugehen. Damit ist die Grenze des Erträglichen für die Politiker überschritten.

Rebellion in Gallien

In Gallien ruft Gouverneur Vindex nun öffentlich zur Rebellion auf. Als Nero erfährt, dass sich fünf weitere Provinzstatthalter dem Aufstand angeschlossen haben, bricht er völlig zusammen. Denn an vorderster Front ist auch sein alter Freund Servius Sulpicius Galba, der Statthalter der spanischen Provinzen vertreten. Galba wird von seinen Soldaten zum "Legaten des Senats und Volks von Rom" ausgerufen - und damit zum Anführer der Rebellion.



Nun wird der Kaiser doch noch aktiv. Er plant zwar einen militärische Aktion, kündigt diese vor dem Senat aber mit ungewöhnlichen "Waffen" an. Statt mit Schwert und Lanze will Nero - ganz Künstler - die Rebellen mit Gesängen und rührseligem Weinen zur Vernunft bringen und ihre Herzen gewinnen. Der Senat ist entsetzt. Nun muss die Realpolitik reagieren. Um einen römischen Kaiser zu beseitigen, braucht man einen Verschwörer im engsten Umfeld oder man muss ihn per Senatsbeschluss zum Staatsfeind erklären.

Das Schicksal des Kaisers ist besiegelt




Nachdem er verschiedene Fluchtmöglichkeiten erwogen hatte, verschiebt Nero seine Entscheidung auf den nächsten Tag. Am 9. Juni 68 nach Christus begibt sich der zum Staatsfeind erklärte Kaiser auf die Flucht. Nur wenige Getreue stehen Nero in seinen letzten Stunden bei. Sie begleiten ihn auf ein abgelegenes Landgut. Doch sein Aufenthaltsort bleibt nicht lange geheim. Das Schicksal des Kaisers ist besiegelt. Entweder, er begeht standesgemäß Selbstmord, oder es erwartet ihn die Hinrichtung vor dem Volk von Rom. Erst als er die Reiter bereits hören kann, stößt sich Nero mit Hilfe eines Getreuen den Dolch in den Hals.

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