Neue Macht in Italien

Auch Savonarolas dritte Prophezeiung wird wahr

Eingemauert, streng abgeschlossen von der Außenwelt, wählen die Kardinäle am 6. August 1492 im Vatikanpalast einen neuen Papst. Die bedeutendsten Kirchenfürsten der Zeit ringen miteinander in diesem schwierigen Spiel. Der Preis für den Sieger: das höchste Amt der Welt.

Papst Alexander VI. Darsteller Virgil Ogasanu Quelle: ,ZDF

Der reiche Kardinal Rodrigo Borgia verteilt am Geschicktesten seine Bestechungsgelder. Er wird der neue Stellvertreter Gottes und nennt sich Alexander VI. - eine deutliche Anlehnung an Alexander den Großen.

Frauen im Vatikanpalast



Der Spanier Borgia beansprucht den Papstthron nicht nur für sich, sondern für seine Familie. Cesare ist der Sohn des Papstes und sein engster Vertrauter. Auch Frauen gehen im Vatikanpalast ein und aus: die Papsttochter Lucrezia und seine 40 Jahre jüngere Geliebte Giulia.


An einem stürmischen Septembertag 1492 beziehen die Borgias ihre neuen Gemächer im Vatikanpalast. In dieser Epoche herrschen die Päpste so weltlich wie Könige und Kaiser. Doch die Pläne Alexander VI. reichen weit über alles Vorige hinaus. Er will das heiligste Amt der Christenheit an seine Familie weiter vererben. Die kostbaren Gemälde in den Papstgemächern verkünden das politische Programm Alexanders VI.: unter dem goldenen Stier, dem Wappentier der Borgias, die Mitglieder der Papstfamilie - die Tochter Lucrezia als Heilige, der Sohn Cesare als König.

Vision wird Wirklichkeit

Wie eine Bombe schlägt zu diesem Zeitpunkt eine neue, dritte Prophezeiung Savonarolas ein. Eine riesige Armee werde in Italien einmarschieren, alle Städte unterwerfen und eine neue bessere Ordnung errichten. Im September 1494 wird seine Vision Wirklichkeit.

Französische Truppen überqueren die Alpen. Das Heer ist übermächtig, überrennt alles, was auf dem Weg liegt. Mailand öffnet aus freien Stücken die Tore. Mit beängstigender Geschwindigkeit stößt die Armee in Richtung Florenz vor. Savonarola: "Das Schwert ist gekommen, die Prophezeiungen gehen in Erfüllung. Doch seid ohne Sorge. Der Herr selbst ist es, der diese Heere heranführt, um Italien zu retten."

Seltsame Kunde

Die Kanonen der Invasoren sind die modernsten der Welt. Sie verschießen erstmals Kugeln aus Eisen, statt aus Stein. Scheinbar uneinnehmbare Burgen werden dem Erdboden gleichgemacht. An der Spitze dieser Armee steht Karl VIII., König von Frankreich. Zu ihm ist die seltsame Kunde gedrungen, dass in Florenz ein Mönch lebt, der den Siegeszug seiner Armee prophezeit hat. Florenz wagt keinen Widerstand und ergibt sich kampflos. Ungehindert strömen die französischen Eroberer in die Stadt. In einem einzigartigen Augenzeugenbericht wird die Panik in jenen Tagen greifbar.




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