Neues Eldorado

Expedition in ein unbekanntes Land

Das Drama um Harold Lasseter begann im Frühjahr 1930 in Sydney. Australien steckte mitten in der verheerendsten Wirtschaftskrise. Die Zeit war günstig für phantastische Verheißungen.

In der Zentrale der mächtigen Arbeitergewerkschaft erzählte der Arbeitslose Harold Lasseter eine unglaubliche Geschichte. Irgendwo im öden Innern Australiens sollte ein Fels emporragen, der mit Goldkörnern nur so gespickt ist.

Lasseters große Stunde

Als junger Mann hatte Lasseter den Berg zufällig im unermesslichen Buschland gefunden und wieder verloren. Kurz vor dem Verdursten hatte ihm ein Landvermesser das Leben gerettet. Nun wollte er seine Bonanza zum Wohle Australiens wiederfinden.


Schon mehrmals hatten fantastische Goldfunde Australien aus der Krise geholfen. Die größten Minen der Welt wurden ausgebeutet, ungeheure Vermögen gescheffelt. Warum sollte nicht wieder ein Wunder die Erlösung bringen. Die Gewerkschaftler jedenfalls packte das Goldfieber. Die Nachricht vom neuen Eldorado elektrisierte eine ganze Nation. Über Nacht wurde die "Zentralaustralische Goldsucher Gesellschaft" gegründet. Lasseters große Stunde war endlich gekommen.

Suche aus der Luft

Voller Zuversicht startete die Expedition im Juli 1930. Ausgangspunkt der Operation war Alice Springs. Im abgelegensten Außenposten Australiens waren Autos noch Mangelware, daher wurden Ausrüstung und Verpflegung für mindestens vier Monate verladen - zehn Tonnen auf drei Wagen verteilt.


Neben Lasseter machten sich Geologen und Mechaniker, Piloten und Kenner des australischen Busch auf die Reise. Buschmann Fred Blakeley wurde zum Leiter der Expedition ernannt, sehr zum Ärger Lasseters, der nur Pfadfinder sein durfte. Auf seinen Wunsch war ein Flugzeug mit von der Partie, das aus der Luft nach der Mine suchen sollte. Sie tauften den Doppeldecker erwartungsvoll "Golden Quest" (Goldsucher).

Ungeheure Herausforderung

Die Expedition stieß in ein unbekanntes, kaum erforschtes Land vor. Straßen gab es nicht, eine ungeheure Herausforderung für die Männer und ihre Maschinen. 600 Kilometer wollten sie sich entlang der Bergkette nach Westen durchschlagen und im Basislager mit dem Flugzeug zusammen treffen. 600 Kilometer durch eine der eindrucksvollsten Landschaften, aber auch eine der menschenfeindlichsten der Welt.


Gras- und Buschebenen wechseln sich ab mit felsigem Terrain. Im Juli glühen am Tag 40 Grad, aber nachts fällt die Temperatur auf den Gefrierpunkt. Outback nennen die Australier die trockene Halbwüste, die 80 Prozent des Kontinents bedeckt. Das Outback ist voll von breiten, ausgetrockneten Flüssen. Geologen sagen, es sei älter als jeder andere Teil der Erde. Es ist das größte Trockengebiet der Südhalbkugel. Seit 50.000 Jahren überleben Menschen in dem ausgedörrten Land.

Unsichtbare Grenzen

Immer wieder blieben die Lastwagen im weichen Sandbett stecken. Mal rollten die Männer Kokosfasermatten aus, mal legten sie mühselig Knüppeldämme. Tag für Tag harte, knochenbrecherische Schufterei. Der Goldrausch treib sie unermüdlich voran. Dabei merkten die Männer nicht, dass sie längst unsichtbare Grenzen überschritten hatten.


Grobe Spuren erinnerten an riesige Ahnenwesen aus der Traumzeit. Wilde Eingeborene leben hier, Aborigines, die noch nie einen Weißen gesehen hatten. Für die Weißen war das leeres Niemandsland, dabei ist das Outback schon seit Beginn der Schöpfung bewohnt. Rauchsignale warnten weit entfernte Gruppen vor der Ankunft der Fremden. Lasseter fürchtete die nackten Wilden, dabei sollte er doch aus Erfahrung wissen, dass sie nur in Notwehr töten.

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